Montag, 21.09.2020
 
Seit 17:35 Uhr Kultur heute
StartseiteSport am Wochenende"Olympische und Paralympische Spiele gehören untrennbar zusammen"13.09.2020

Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes"Olympische und Paralympische Spiele gehören untrennbar zusammen"

Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, ärgert, dass die Paralympics immer weiter aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwinden. "Deshalb melden wir uns laut zu Wort", sagte er im Dlf. Seine größte Sorge ist aber die aktuelle Gesundheitssituation.

Friedhelm Julius Beucher im Gespräch mit Matthias Friebe

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Friedhelm Julius Beucher: Präsident der Deutschen Behindertensportverbands (dpa/Julian Stratenschulte)
Ohne Impfstoff könnten die Olympischen und Parlamypischen Spiele nicht stattfinden, sagte Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes. (dpa/Julian Stratenschulte)
Mehr zum Thema

Paralympics 2021 Die vergessenen Spiele?

Paralympics-Aus für Rollstuhlbasketball? "Ich sehe mich definitiv als Opfer der Verbandspolitik"

Debatte um "Tokyo 2020" Das IOC hat jetzt das Sagen

IOC-Vizepräsident John Coates hat angekündigt, dass die Olympischen und Paralympischen Spiele im kommenden Jahr "um jeden Preis stattfinden werden". Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbands, hat dafür kein Verständnis. "Wenn die Gesundheitssituation sich nicht verbessert, wenn die Pandemie nicht zum Erliegen gekommen ist, wenn eine gesundheitliche Gefährdung stattfindet, dürfen keine Spiele stattfinden", sagte Beucher im Dlf.

Eine Entscheidung könne jedoch frühestens im März 2021 getroffen werden. Sollte es bis dahin keinen Impfstoff geben, sei eine Verschiebung oder ein Ausfall der Spiele alternativlos, so Beucher. "Wenn wir noch auf dem Stand von heute sind, gibt es keine Diskussion."

Der Deutsche Behindernspourt-Verband plane nun aber so, als ob die Spiele wie geplant stattfinden können. "Das heißt bei uns: volle Kraft voraus", sagte Beucher.

"Es gibt die Spiele nur noch im Doppelpack"

Den 74-Jährigen stört dabei jedoch, dass die Paralympischen Spiele immer weiter aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwinden. "Es ist immer nur noch von Olympischen Spielen und nicht mehr von Paralympischen Spielen die Rede", sagt er. Er führe das auf eine Verkürzung in der Berichterstattung zurück. "Trotzdem will ich nicht schweigen, deshalb melden wir uns laut zu Wort und erinnern ständig daran, dass es Spiele nur noch im Doppelpack gibt. Olympische und Paralympische Spiele gehören untrennbar zusammen. Das fordere ich laut und deutlich bei denen ein, die das immer vergessen, oder die Paralympics hinten runterfallen lassen."

 200824 -- TOKYO, Aug. 24, 2020 -- Photo taken on Aug. 24, 2020 shows a countdown clock displaying 365 days to go until the start of the postponed Tokyo 2020 Paralympic Games in Tokyo, Japan.  SPJAPAN-TOKYO-PARALYMPIC-ONE YEAR TO GO DuxXiaoyi PUBLICATIONxNOTxINxCHN (imago images) (imago images)Die vergessenen Spiele?
Seit "Tokyo 2020" um ein Jahr verschoben wurde, ist vor allem von den Olympischen Spielen die Rede. Den großen Spielen des Behindertensports könnte ein schlimmes Schicksal drohen.

Deswegen sei es auch nicht möglich, dass die Paralympics aus Kostengründen ausfallen, die Olympischen Spiele aber nicht. "Das ist vertraglich geregelt. Wenn gekürzt werden muss, ,muss bei beiden gekürzt werden", stellt Beucher klar.

Seine größte Sorge bleibe die Gesundheitssituation. Ein japanischer Arzt hatte in einem Zeitungsartikel geschrieben, dass Para-Athleten anfälliger für das Coronavirus seien und die Paralympics deshalb womöglich nicht stattfinden könnten. Zwar sei laut Beucher richtig, dass manche Athleten durch ihre Behinderung zur Risikogruppe gehörten. "Aber das erfordert keinen Ausschluss, sondern verstärkte Sicherheitsmaßnahmen."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk