Vancouver
Präsident des iranischen Fußball-Verbandes nicht bei FIFA-Kongress in Kanada - widersprüchliche Angaben zu Gründen

Der Präsident des iranischen Fußballverbands, Mehdi Tadsch, ist auf dem Weg zum FIFA-Kongress in Vancouver laut Medienberichten bei der Einreise nach Kanada an der Grenze abgewiesen worden. Das berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Der iranische Verband nennt andere Gründe für das Fernbleiben beim Kongress.

    Das Logo der WM 2026 - der Weltmeisterpokal über den zwei großen Ziffern 2 und 6.
    Die Fußball-WM 2026 findet in den USA, in Kanada und Mexiko statt. (picture alliance / empics)
    Kanadas Außenministerin Anita Anand wurde von US-Medien damit zitiert, dass ihrem Verständnis nach iranischen Funktionären die Einreise "unbeabsichtigt" verwehrt worden sei. Laut dem Portal "Iran International" war Tadsch am Montag ein Visum ausgestellt worden, das am Dienstag dann wegen seiner Verbindung zur iranischen Revolutionsgarde (IRGC) wieder zurückgenommen wurde. Die IRGC gilt in Kanada als terroristische Vereinigung.

    Iranischer Verband spricht von Beleidigung durch Polizisten bei Ankunft

    Der iranische Fußballverband selbst teilte mit, dass es bei der Ankunft am Flughafen von Vancouver eine "Beleidigung" durch einen Polizisten gegeben habe. Infolgedessen habe die Delegation ihre Teilnahme am Kongress in Vancouver abgesagt und sich auf die Rückreise gemacht.
    In Vancouver sind Vertreter der 211 Mitgliedsverbände zum letzten FIFA-Kongress vor der Fußball-Weltmeisterschaft zusammengekommen. Vertreter des Irans waren nicht dabei, als die Länder einzeln zu Beginn der Vollversammlung aufgerufen wurden. FIFA-Generalsekretär Grafström bezeichnete die Delegation des Irans als "abwesend".

    Irans Teilnahme sorgt für Diskussionen

    Das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko beginnt am 11. Juni, Iran zählt zu den WM-Teilnehmern und trifft in der Gruppenphase auf Neuseeland, Belgien und Ägypten. Die Spiele sind in Los Angeles und in Seattle angesetzt. Die Frage, ob der Iran angesichts des Kriegs mit den USA an der WM teilnehmen wird, sorgt seit Wochen für Diskussionen.
    FIFA-Präsident Infantino erklärte beim Kongress, der Iran werde "selbstverständlich" teilnehmen. Der Grund dafür sei "ganz einfach: Wir vereinen. Wir müssen die Menschen zusammenbringen. Das ist meine Verantwortung. Das ist unsere Verantwortung".
    US-Präsident Trump erklärte nach Infantinos Äußerungen, für ihn sei es "okay", wenn der Iran an der WM teilnehme.
    Diese Nachricht wurde am 30.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.