
Die japanischstämmige Keiko Fujimori wurde mit 19 Jahren schlagartig bekannt, als sie die Rolle der First Lady übernahm, nachdem sich ihre Mutter inmitten von Korruptionsskandalen von ihrem Vater getrennt hatte. Das Vermächtnis von Alberto Fujimori, der Peru von 1990 bis 2000 regierte, prägt immer noch die politische Identität seiner Tochter – und ist sowohl Vorteil als auch Belastung. Alberto Fujimori wurde von seinen Anhängern dafür gefeiert, dass er die linken Rebellengruppe "Leuchtender Pfad" besiegte und die Wirtschaft stabilisierte. Später wurde er jedoch wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption verurteilt; er starb 2024.
Erfolglose Präsidentschaftskandidaturen
2006 wurde Keiko Fujimori in den Kongress von Peru gewählt, später konzentrierte sie sich auf die Führung der von ihr gegründeten Partei "Fuerza Popular". Wegen des Verdachts der Bestechlichkeit kam sie im Oktober 2018 in Untersuchungshaft, erst ein Jahr später hob das Verfassungsgericht die Haft auf. Bei der Präsidentschaftswahl im Jahr 2021 versuchte sie erfolglos, einen Teil der abgegebenen Stimmen für ungültig erklären zu lassen. Ein leitender Gewerkschafter warf ihr daraufhin vor, einen "langsamen Staatsstreich" durchführen zu wollen.
Hardlinerin
Angesichts der zunehmenden Gewalt im Land setzt die Kandidatin nun darauf, dass die Wähler eine harte Führung wollen. "Heute, da Peru unter Kriminellen und Erpressern leidet, verlangen die Menschen nach einer Fujimori - hier bin ich", sagte die 51-Jährige vor der ersten Wahlrunde. Sie kündigte an, in den ersten hundert Tagen im Amt das Militär einzusetzen, die Haftbedingungen zu verschärfen und Migranten ohne Papiere auszuweisen.
Mehr Informationen zur Präsidentschaftswahl in Peru:
Stichwahl in Peru für neunten Präsidenten in zehn Jahren – Fujimori gegen Sanchez
Peru: Vor der Stichwahl herrscht Angst vor neuer Regierungskrise (Audio-Link)
Stichwahl in Peru für neunten Präsidenten in zehn Jahren – Fujimori gegen Sanchez
Peru: Vor der Stichwahl herrscht Angst vor neuer Regierungskrise (Audio-Link)
Diese Nachricht wurde am 07.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
