Kirche
Predigten zum 1. Weihnachtsfeiertag in Erinnerung an Opfer des Anschlags von Magdeburg

In den Predigten der beiden großen christlichen Kirchen zum 1. Weihnachtsfeiertag hat der Anschlag von Magdeburg eine große Rolle gespielt. Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Stäblein, sprach in Potsdam von einer "Wahnsinnstat". Er rief dazu auf, dass das Leben stärker bleibe und Wut und Hass nicht siegen dürften.

    Blick auf vier brennende Kerzen, wobei eine im Vordergrund steht und die anderen verschwommen im Hintergrund zu sehen sind.
    Die Weihnachtspredigten standen unter dem Eindruck der Kriege auf der Welt und dem Anschlag von Magdeburg. (Martha Nogueira)
    Der katholische Bischof Bätzing sagte in Limburg, die Gesellschaft sei tief verunsichert, durch die Angst vor Krieg und durch Anschläge wie in Magdeburg und Solingen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz warnte vor einer Sehnsucht nach autoritären Lösungen.
    Der bayerische evangelische Landesbischof Kopp sagte, Christen müssten sich für Frieden einsetzen. Nötig sei ein Ausgleich der Interessen und kluge Diplomatie. Der katholische Bischof von Fulda, Gerber, erinnerte an das Leid von Flüchtlingen und Vertriebenen.

    Bundespräsident Steinmeier: "Angst darf nicht lähmen"

    Der katholische Kölner Kardinal Woelki hatte bereits in der Christmette am Abend zu einer "Mobilmachung für den Frieden" aufgerufen. Das christliche Gebot der Liebe beziehe sich nicht nur auf den Nächsten, sondern sogar auf den Feind, betonte Woelki im Kölner Dom.
    Die evangelische Bischöfin von Kurhessen-Waldeck, Hofmann, stellte die Friedensbotschaft der Geburt Jesu heraus. Die Botschaft von Weihnachten sei das wirksamste Mittel gegen diejenigen, die die Welt mit Gewalt und Krieg, Folter und Unterdrückung regieren wollten, sagte Hofmann in der Kasseler Martinskirche.
    Auch Bundespräsident Steinmeier gedachte in seiner traditionellen Weihnachtsansprache der Opfer von Magdeburg und rief zum gesellschaftlichen Zusammenhalt auf. Vielen Menschen werde das Herz schwer sein an diesem Weihnachtsfest, sagte Steinmeier. Viele seien aufgewühlt und verunsichert, hätten vielleicht auch Angst. All diese Gefühle seien verständlich. Aber sie dürften die Menschen nicht beherrschen und nicht lähmen.
    Diese Nachricht wurde am 25.12.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.