Regierungskrise in Frankreich
Premierminister Bayrou stellt Vertrauensfrage im Streit um Haushalt - Sturz der Regierung erwartet

In Frankreich stellt Premierminister Bayrou am Nachmittag in der Nationalversammlung die Vertrauensfrage.

    Frankreichs Premierminister Francois Bayrou trägt einen langen Daunenanorak und guckt in die Kamera.
    Das Misstrauensvotum im Januar hatte Francois Bayrou überstanden, doch nun droht das Aus der Regierung. (picture alliance / Anadolu / Mustafa Yalcin)
    Es wird mit dem Sturz der Regierung gerechnet, da alle Oppositionsparteien angekündigt haben, Bayrou das Vertrauen zu verweigern.
    Der Zentrumspolitiker hatte die Vertrauensfrage überraschend angekündigt, um nach eigenen Worten Unterstützung für die geplanten Einsparungen von rund 44 Milliarden Euro im Haushalt zu gewinnen. Bayrous Minderheitsregierung will darüber hinaus zwei Feiertage streichen und Sozialleistungen im kommenden Jahr nicht anheben.
    Sollte Bayrou die Vertrauensfrage - wie erwartet - verlieren, bleibt die Regierung zunächst geschäftsführend im Amt, bis Präsident Macron einen neuen Premierminister ernennt.
    Bayrous Vorgänger, Barnier, war im vergangenen Dezember nach nur drei Monaten im Amt ebenfalls im Streit über Sparmaßnahmen von der Opposition gestürzt worden. Frankreich ist nach Griechenland und Italien das Land im Euroraum mit der höchsten Schuldenquote.
    Diese Nachricht wurde am 08.09.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.