Sonntag, 21.10.2018
 
Seit 10:05 Uhr Gottesdienst
StartseiteSport AktuellSkaten in Afghanistan12.10.2018

Projekt SkateistanSkaten in Afghanistan

Skateboarding ist ab 2020 erstmals olympische Disziplin. Bei den Spielen in Tokio feiert die Sportart Premiere. In Afghanistan gehört Skateboarding nicht zum Alltag. Doch der Deutsch-Australier Oliver Percovich versucht das seit ein paar Jahren in der Hauptstadt Kabul zu ändern - mit seiner Organisation "Skateistan".

Von Thorsten Iffland

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Bildnummer: 04567597 Datum: 21.06.2009 Copyright: imago/Xinhua Afghanische Jungs mit ihren Skateboards - PUBLICATIONxNOTxINxCHN; Vdig, quer, Skater, Skateboarder, Jugendkultur, Land und Leute, Einheimische, Kindersport, Equipment Freizeit 2009, Freizeitsport, Afghanistan, Freizeitsportler, Kind, Junge, Skateboarden Kabul Skateboard Herren Einzel Gruppenbild Randmotiv Personen Objekte Image number 04567597 date 21 06 2009 Copyright imago Xinhua Afghan Guys with theirs Skateboards PUBLICATIONxNOTxINxCHN Vdig horizontal Skater Skateboarder Youth culture Country and People native Children sport Equipment Leisure 2009 leisure sports Afghanistan Recreational athletes Child Boy Skateboarding Kabul Skateboarding men Singles Group photo Rand motive Human Beings Objects  (Imago)
Kinder skaten in Afghanistans Hautptstadt Kabul. (Imago)
  • E-Mail
  • Teilen
  • Tweet
  • Drucken
  • Podcast
Mehr zum Thema

Afghanistan Mit dem Surfbrett durch das Pandschschir-Tal

Nach den Taliban: Afghanistans Fußball in der Bewährungsprobe

Unterwegs in der Hauptstadt des krisengeschüttelten Afghanistan. Junge Frauen mit Kopftuch, andere ganz verhüllt. Unter dem Arm tragen sie ein Skateboard. Ein ungewöhnliches Bild. Auch über zehn Jahre nach dem ersten Besuch von Oliver Percovich in Kabul: "Ich bin nach Afghanistan gegangen, weil meine Freundin zu der Zeit einen Job in Kabul bekommen hat. Ich bin dann hinterhergegangen."

Das, was der Australier mit deutschen Wurzeln im Gepäck hat: drei Skateboards. Weil er auf der Straße immer wieder von afghanischen Jungen und Mädchen angesprochen wird, entwickelt er eine Idee. Percovich: "Ich wollte etwas tun. Ich bin nach Afghanistan gegangen. Und dann als ich da war, hab ich gedacht: warum bin ich nicht Arzt? Oder: warum bin ich nicht einer, der richtig helfen kann? Und dann habe ich verstanden, dass Geld nicht so viel bewegt in Afghanistan."

Ein ausgetrockneter Brunne diente als Rampe

Er zeigt den Kindern seine Leidenschaft. Wie man skatet. Ein ausgetrockneter Brunnen in Kabul ist die erste Rampe. Der Anfang der Organisation Skateistan. Die halbe Bevölkerung in Afghanistan ist unter 15, aber so richtig kümmern tut sich um die Kinder niemand. Auch weil es vielen zu gefährlich ist. "Ich hab mich sicher gefühlt in den Straßen von Kabul, was andere Ausländer vielleicht nicht so empfinden", so der Skater.

Percovich macht weiter. Und die Kinder machen begeistert mit. "Es war immer wichtig, dass Afghanen im Vordergrund waren. Es war nicht ein Ausländer, der das macht."

Eine amerikanische Sportart ist beliebt in Afghanistan

Ausgerechnet eine amerikanisch-geprägte Sportart in den Straßen von Kabul. Wie kann das gut gehen? "Ich habe keine Filme gezeigt von Skateboarding, ich habe keine Zeitschriften gezeigt, ich habe keine Mode oder Musik oder keine westliche Kultur mit in das Skatebaord reinentwickelt. Das war nur das reine Brett. Und das war’s!"

Und das ist so erfolgreich, dass schon 2009 eine Skatehalle mit angebauten Klassenräumen eröffnet wird. Dank vieler Unterstützer. Unter anderem von Skateboard-Legende Tony Hawk. Percovich: "Ich bin nach Afghanistan gegangen mit 1.800 Dollar. Ich hab zehn oder zwanzig Dollar in der Woche gehabt."

Mittlerweile arbeiten für Skateistan 100 Angestellte. Hauptsitz der Nichtregierungsorganisation ist Berlin. Weitere Standorte gibt es in Kambodscha und Südafrika. Auch dort werden Kinder von der Straße geholt und durch Bildungsangebote gefördert. Auch in den Elendsvierteln dort wirkt es ungewöhnlich mit einem Skateboard unter dem Arm durch die Stadt zu laufen. Noch. 

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk