WDR-Pläne
Protest in Köln gegen Aus des Radioprogramms "Cosmo"

Der Protest gegen das geplante Aus des interkulturellen und mehrsprachigen öffentlich-rechtlichen Radioprogramms Cosmo dauert an.

    Das Logo des Hörfunksenders Cosmo an der Scheibe eines Studios.
    Der WDR plant, seinen internationalen und interkulturellen Hörfunksender Cosmo einzustellen (Imago / Panama Pictures / Christoph Hardt)
    In Köln demonstrierten am Freitagabend nach Angaben der Veranstalter 3.000 Menschen gegen den geplanten Umbau, die Polizei schätzte etwa 600 Teilnehmende. Auch Kölner Vertreter von CDU, Grünen, SPD und Linken sprachen sich für das Programm aus. Die Vizepräsidentin des nordrhein-westfälischen Landtags, Aymaz (Grüne), betonte, der Sender bilde die Vielfalt der Gesellschaft ab. Der Generalsekretär der Alevitischen Gemeinde Deutschland, Çakir, erklärte mit Blick auf mehrsprachige Mitbürger, wer Rundfunkbeiträge zahle, dürfe im Programm nicht unsichtbar werden.
    500 Organisationen forderten im Juni in einem offenen Brief an alle Intendanten der ARD eine Zukunft für das Angebot. Das Musiker-Duo "Mouse on Mars" sprach von einem "verheerenden Rückschritt in Zeiten reaktionären Denkens" und gab aus Protest einen Preis an den WDR zurück. Auch der Deutsche Musikrat betonte, migrantische Stimmen und Perspektiven hätten ein Anrecht auf Präsenz im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Bereits über 110.000 Menschen beteiligen sich an einer Online-Petition für den Erhalt der Welle, darunter Prominente wie Herbert Grönemeyer, Peter Fox, die Gruppe AnnenMayKantereit und der Regisseur Fatih Akin.
    Cosmo soll im April 2027 ersetzt werden. Die WDR-Führung argumentierte, der Sender sei nicht mehr zeitgemäß. Stattdessen soll ein Hip-Hop-Programm für Menschen unter 30 entstehen. Dafür war zunächst der Name "1Live Street" vorgesehen, was nach Beschwerden wieder zurückgenommen wurde.
    Diese Nachricht wurde am 11.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.