Gilbert Roste: "Hauptsächlich muss da nach oben und zur Seite freigemacht werden. Damit die LKW durch die Kurven kommen, keine Bäume, keine Stromoberleitungen wegreißen. Die Dorfstraßen müssen für den Konvoi befahrbar sein. In einigen Fällen werden wir wohl Hausbesitzer enteignen müssen, zumeist wohl bei geplanten Ortsumgehungen, ganz wie bei anderen Straßenbau-Projekten."
Das Budget für den Ausbau wird mit 1 Milliarde Franc veranschlagt: rund 300 Millionen Mark. Und das Airbus-Konsortium beteiligt sich daran nur mit einer kleinen Summe. Nun ist offiziell die Streckenführung bekannt. Demnach führt die Route quer durch 58 Gemeinden. Transportminister Gayssot lässt in einem Communiqué verbreiten, dass der Ausbau der Umwelt und der Lebensqualität zugute kämen. Gar einen wirtschaftlichen Aufschwung auslösen könne. Jean-Pierre Begay allerdings, Bürgermeister des Heckennests Segoufielle, sieht das anders:
Jean-Pierre Begay: "Es ist keinesfalls in unserem Interesse, dass eine wichtige Straße unsere Gemeinde durchquert, die zum Flughafen von Toulouse oder nach Toulouse selbst führt. Damit werden wir nur das verlieren, um was uns die Städter heute noch beneiden."
Ein Argument, das auch Christian Garnier von France Nature Environnement anführt. Der Dachverband wurde 1968 gegründet, heute gehören ihm um die 1.500 Vereine, Verbände im ganzen Land an, von lokalen Vogelschützern über den größten Umweltschutzverband im Elsass bis zu Greenpeace Frankreich. Christian Garnier ist bei France Nature Environnement Experte für Transportfragen:
Christian Garnier: "Derzeit ist in den Regionen, die die geplante Straße durchquert, in jeder Hinsicht die jetzige Lebensqualität das wichtigste Argument für den Tourismus und eine mögliche wirtschaftliche Entwicklung. Vor allem im Bereich ländlicher Tourismus gibt es da viele Projekte. Die geplante Strecke wird dieses Kapital zumindest gefährden."
Am meisten aber treibt die Umweltschützer auf die Palme, dass der Streckenausbau ohne erkennbaren Grund in einem Dringlichkeitsverfahren durchgeprügelt wurde. Dass es keine Diskussion gab zur Standortwahl, zur Wahl der Transportmittel. Letzteres monieren auch Les Verts, die französischen Grünen. Denn 85 Prozent des Transportverkehrs in Frankreich wird auf den Straßen abgewickelt. Warum nicht die Airbus-Teile per modernem Heißluftballon verfrachten, lautet der grüne Alternativvorschlag. Dem soll die sich aufbauende Widerstandsbewegung Gehör verschaffen, meint Christian Garnier:
Christian Garnier: "Es ist klar, dass die lokalen und regionalen Gruppen unseres Dachverbands in Anbetracht der Umweltschäden und der Steuergelder, die da verbraten werden, den Streckenausbau in der geplanten Form nicht hinnehmen werden. Und wir werden auf nationaler Ebene alles dafür tun, dass unser Wunsch nach elementarer Demokratie Befriedigung findet: es muss eine wirkliche Debatte geben zu dieser öffentlichen Entscheidung, die solche Konsequenzen beinhaltet."