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Provinz Aleppo
Türkei bombardiert kurdische Einheiten in Syrien

Die Gefechte in der nordsyrischen Provinz Aleppo werden immer heftiger. Nachdem Russland Rebellen beschießt, greift nun die Türkei kurdische Kämpfer in der Region an. Die USA rufen Ankara zum Stopp des Beschusses auf. Doch die Appelle nützen wohl nichts.

14.02.2016
    Szene aus der zerstörten Stadt Nubel in der nordsyrischen Provinz Aleppo.
    Die Türkei greift nun auch Kurden-Stellungen in Nordsyrien an (Archivbild). (pa/dpa/Sputnik)
    Die türkische Armee hat offenbar den zweiten Tag in Folge Stellungen einer Kurden-Miliz im Norden Syriens beschossen. Dabei seien zwei kurdische Kämpfer getötet worden, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachterstelle für Menschenrechte am Sonntag mit. Der Beschuss der kurdischen Kämpfer habe sich gegen Mitternacht verstärkt. Und auch am Sonntag seien noch sporadisch Schüsse zu hören. Die Angriffe konzentrierten sich demnach auf die Region zwischen dem Militärflughafen Minningh und der Ortschaft Deir Dschamal.
    USA mischen sich ein
    Die USA haben die Türkei zum Stopp von Angriffen in Nordsyrien aufgerufen. Ankara müsse "den Beschuss beenden", sagte US-Außenamtssprecher John Kirby am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. Zugleich rief er die Kurden auf, kein Kapital aus den Kämpfen zwischen syrischen Truppen, die von Russland unterstützt werden, und Rebellen zu schlagen.
    Erst am Samstag hatte die Türkei nach eigenen Angaben Stellungen der Kurden-Miliz YPG angegriffen. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu erklärte, es habe sich um einen Vergeltungsschlag gegen Kämpfer der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), die die Stadt Asas und Umgebung bedrohten. Deren Kämpfern warf Davutoglu "schikanöse Aktionen" entlang der Grenze vor. Er forderte, die Gruppe solle sich aus dem Gebiet zurückziehen. Es liegt in einem von Rebellen kontrollierten Korridor, der von der umkämpften syrischen Großstadt Aleppo bis zur türkischen Grenze reicht.
    Verbündete des Westens
    Die YPG-Miliz steht der Kurden-Partei PYD nahe, die von der Türkei als Terror-Organisation mit Verbindungen zur Kurdischen Arbeiterpartei PKK angesehen wird. Gleichwohl ist die YPG aber inzwischen einer der effektivsten Verbündeten der von den USA geführten Militärallianz zur Bekämpfung der radikal-islamischen IS-Miliz in Syrien.
    Die Türkei bekämpft jedoch die PKK und befürchtet, dass die YPG und ihre Verbündeten die gesamte Grenze zur Türkei unter ihre Kontrolle bringen. Die Kurden haben dort in großen Gebieten bereits eine Selbstverwaltung errichtet.
    (fwa/jst)