Italien
Prozess um Brückeneinsturz in Genua: Ehemaliger Chef des Autobahnbetreibers zu 12 Jahren Haft verurteilt

Im Prozess um den Brückeneinsturz in der italienischen Stadt Genua vor fast acht Jahren hat das Gericht den damaligen Chef des Autobahnbetreibers zu 12 Jahren Haft verurteilt. Bei dem Unglück starben 43 Menschen.

    Ein Teil der Autobahnbrücke Ponte Morandi ist eingestürzt. Ein Laster (l) steht kurz vor der Lücke in der Brücke.
    Ein Teil der Autobahnbrücke Morandi stürzte am 14. August 2018 ein. (Antonio Calanni/AP/dpa )
    Der damalige Chef des Autobahnbetreibers wurde unter anderem wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen. Der für die Instandhaltung zuständige Manager erhielt eine Strafe von elf Jahren. Auch 30 weitere Personen wurden wegen verschiedener Anklagepunkte schuldig gesprochen. In dem Prozess waren insgesamt 57 Personen angeklagt worden, überwiegend Führungskräfte des Autobahnbetreibers und Angestellte des italienischen Verkehrsministeriums. An der Urteilsverkündung nahmen zahlreiche Angehörige von Opfern teil.
    Am 14. August 2018 hatte ein Pfeiler der Morandi-Brücke nachgegeben, sodass die Fahrbahn auf einer Strecke von 200 Metern einbrach. Dabei wurden Autos und Lastwagen in die Tiefe gerissen. 43 Menschen starben.
    Grund für den Einsturz war nach einem Expertenbericht, dass die Brücke wegen ausgebliebener oder mangelhafter Wartungsarbeiten schwere Schäden hatte.
    Diese Nachricht wurde am 16.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.