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Prüfungstermin
Middelhoff bleibt vorerst in Haft

Thomas Middelhoff bleibt zunächst weiter in Untersuchungshaft. Erst im Laufe der Woche will das Landgericht Essen über eine mögliche Aussetzung des Haftbefehls gegen den früheren Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor entscheiden - seine Anwälte wollen dabei weitere Unterlagen einbringen.

17.11.2014
    Thomas Middelhoff während des Prozesses vor dem Landgericht Essen
    Thomas Middelhoff während des Prozesses vor dem Landgericht Essen (dpa / picture-alliance / Roland Weihrauch)
    Bei einem Haftprüfungstermin habe Middelhoff Gelegenheit bekommen, sich zur Sache zu äußern, sagte der Gerichtssprecher. Dabei zerschlugen sich Middelhoffs Hoffnungen, frühzeit wieder auf freien Fuß zu kommen.
    Die Verteidigung habe angekündigt, kurzfristig weitere schriftliche Unterlagen einzureichen, die für die Entscheidung der Kammer von Bedeutung sein könnten. Das Gericht werde diese Unterlagen sofort nach Eingang prüfen und dann im Laufe dieser Woche eine Entscheidung treffen.
    Haft wegen Untreue und Steuerhinterziehung
    Middelhoff, einst einer der einflussreichsten deutschen Manager, war am Freitag überraschend noch im Gerichtssaal verhaftet worden. Zuvor hatte ihn das Landgericht Essen wegen Untreue in 27 Fällen und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Haft verurteilt. Die Richter sahen bei dem 61-Jährigen Fluchtgefahr. Als Gründe dafür nannten sie die Höhe der verhängten Freiheitsstrafe, Middelhoffs Wohnsitz im Ausland, aber auch die unklare berufliche Situation des Managers.
    Middelhoff klagt gegen Privatbank Sal. Oppenheim
    Unklar blieb zunächst, welche Auswirkungen die Untersuchungshaft des Managers auf eine Reihe von Zivilverfahren haben wird, in denen der 61-Jährige als Kläger oder Beklagter auftritt. So soll am Dienstag vor dem Kölner Landgericht ein Zivilprozess von Middelhoff gegen die Bank Sal. Oppenheim beginnen. Das Gericht hat das persönliche Erscheinen des Managers angeordnet.
    Das Ehepaar Middelhoff fordert die Rückabwicklung seiner Beteiligungen an diversen Fonds und die Freigabe von gut 23 Millionen Euro Festgeldern. Der Streitwert sei mit 30 Millionen Euro beziffert, sagte ein Gerichtssprecher. In dem Kölner Zivilverfahren gibt es auch eine Widerklage: Darin fordert Sal. Oppenheim von dem Ehepaar Darlehensraten zurück, die angeblich noch ausstehen. Zahlen nannte das Gericht dazu nicht.
    Mit der Insolvenz des von Middelhoff geleiteten Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor 2009 stand auch die einst größte europäische Privatbank Sal. Oppenheim vor der Insolvenz und ist seit 2010 stark verkleinert eine Tochter der Deutschen Bank. Die frühere Führung von Sal. Oppenheim steht derzeit in Köln in einem Untreue-Strafverfahren vor Gericht.
    (nch/kis)