
Eine friedliche Lösung des Konflikts sei zwar Sache Russlands und der Ukraine, betonte der Kremlchef, "aber wenn jemand helfen möchte, sind wir dafür dankbar." Obwohl sich die USA um Vermittlung bemüht hätten, könne er sich von europäischer Seite den früheren SPD-Chef als Vermittler vorstellen. Von allen europäischen Politikern würde er Gespräche mit Schröder bevorzugen, sagte Putin bei einer Pressekonferenz nach der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs.
Langjährige Freundschaft zwischen Putin und Schröder
Der Sozialdemokrat und der russische Präsident sind seit langem befreundet. Der mittlerweile 82-jährige Schröder, der von 1998 bis 2005 Bundeskanzler war, steht auch wegen Tätigkeiten für russische Öl- und Gaskonzerne nach dem Ende seiner Amtszeit in der Kritik. Zuletzt hatte er Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine Ende Januar in einem Gastbeitrag für die "Berliner Zeitung" zwar als völkerrechtswidrig bezeichnet, sich dabei aber auch gegen eine "Dämonisierung Russlands als ewiger Feind" ausgesprochen. Zudem plädierte er für eine Wiederaufnahme der Energielieferungen aus Russland.
Deutliche Kritik an Russland-Äußerungen des Altkanzlers
Für seine Äußerungen war Schröder vor allem aus den baltischen Ländern kritisiert worden. Der estnische Außenminister Tsahkna bezeichnete sie als "schlichtweg entsetzlich". Dies sei ein "heimtückischer Versuch" des Altkanzlers, Europa zu spalten. Letztlich gehe es Schröder darum, Europa davon abzubringen, den Druck auf Russland aufrecht zu erhalten.
Diese Nachricht wurde am 10.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
