Medienbericht
"Qualifizierungsgeld" für Umschulung im Betrieb wird kaum genutzt

Das sogenannte Qualifizierungsgeld, das die Ampel-Regierung 2024 eingeführt hat, wird so gut wie nicht genutzt. Bis Ende 2025 erreichte die Förderung weniger als 400 Beschäftigte, wie das "Handelsblatt" unter Verweis auf eine kleine Anfrage der Grünen berichtete.

    Sachsen, Leipzig: Ein Mitarbeiter montiert einen Porsche Macan im Werk Leipzig. Mit einem sogenannten Qualifizierungsgeld sollen seit diesem Monat Betriebe und Beschäftigte stärker im Hinblick auf Weiterbildung unterstützt werden.
    Das Qualifizierungsgeld beläuft sich auf bis zu 67 Prozent des Nettogehalts. (Jan Woitas/dpa)
    Demnach wurden nur rund 550.000 Euro abgerufen - von mehreren hundert Millionen Euro, die für das Programm veranschlagt waren.
    Das Qualifizierungsgeld soll Arbeitgebern helfen, wenn einem großen Teil der Belegschaft der Verlust des Arbeitsplatzes droht. Das Geld wird dann als Lohnersatz gezahlt, während Arbeitnehmer für eine Weiterbildungsmaßnahme freigestellt sind. Es beläuft sich auf 60 bis 67 Prozent des Nettogehaltes. Die Unternehmen müssen im Gegenzug die Weiterbildungskosten tragen. Die Maßnahme soll Unternehmen ermöglichen, sich auf grundlegende Veränderungen wie die Umstellung von Verbrennern auf E-Autos oder von Gasheizungen auf Wärmepumpen einzustellen.
    Der Zentralverband des Handwerks sieht die Ursache für das Desinteresse an dem Angebot im großen Aufwand: Betriebe müssten nachweisen, dass eine Umschulung transformationsbedingt sei. Außerdem müssten je nach Betriebsgröße mindestens zehn bis zwanzig Prozent der Belegschaft betroffen sein.
    Diese Nachricht wurde am 14.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.