In den Niederlanden ist die gebürtige Somalierin Ayaan Hirsi Ali die beliebteste Politikerin, Parteimitglied der rechtsliberalen "Fei Fei Dei", eine Frau, die in ihrem Heimatland 6 Bürgerkriege durchgemacht hatte. Nach Auskunft von Ulrike Herrmann erlebte die Politikerin dort einen brutalen Islam, machte diese Erfahrung zur Matrix ihrer Ablehnung von Muslimen überall in der Welt und sagte sich in Holland vom Glauben los. Sie schrieb bekanntermaßen das Drehbuch zu dem Theo van Gogh Film "Submission", der bis zum 3. Dezember in Deutschland nur im Internet zu sehen war.
Eine halbnackte Frau ist zu sehen, auf ihre Haut sind Koransuren aufgemalt wie Brandzeichen. Sie rezitiert die Schahada, schildert die Vergewaltigung durch ihren Onkel, die Zwangsverheiratung. Der Politprovokateur Theo Van Gogh, der selbsternannte Dorftrottel, gerät mit seinem Film nach dem Drehbuch der Abgeordneten entgültig ins Zentrum holländischer Kulturkriege.
Es dauerte einige Tage, bevor das deutsche Feuilleton und anschließend die rechte deutsche Politik die Chance erkannten, nach dem Mord an Theo van Gogh und der in Holland losgebrochenen gesellschaftlichen Unruhe tabuisierte Argumentationen zu re-aktualisieren. Plötzlich wurde möglich, was sich Deutsche mit Rücksicht auf die Nazi-Zeit und eingedämmt durch die Beobachtung durch die jüdische Gemeinde bislang verkniffen. Erschreckt waren die Projektleiterin "Schule ohne Rassismus", Sanem Kleff, und Ulrike Herrmann vor allem über die Tatsache, aus welchem gesellschaftlichen Bereich die neuen - alten Töne plötzlich kamen.
Ich nehme das auch so wahr, dass diese Diskussion, dieses Mal in einem ungewohnt starken Ausmaß auch aus den Parteien heraus betrieben wurde. Das war nicht immer so. Wenn in Deutschland so leicht rassistisch konnotierte Debattenwellen dann übers Land gingen, kamen sie nicht immer aus dieser Ecke und in dieser Reihenfolge.
Das Problem ist, dass der Diskurs ganz wesentlich von den politischen Eliten gefördert wird und gesteuert. Und das ist, was ich wirklich furchtbar finde. Also wenn es so wäre, dass in der Bevölkerung eine massive Unruhe gibt, oh, schon wieder diese Migranten, Medien das aufgreifen würden, dann würde ich immer noch sagen, dass ist sehr unerfreulich. Aber so ist es ja gar nicht. Im Augenblick habe ich das Gefühl, dass die Bevölkerung rationaler ist als das Feuilleton.
Diese Tatsache macht nun allerdings die Vermutung plausibel, dass sich die Neo-Konservativen Bewegungen in Deutschland im Kern nur noch wenig von denen der USA unterscheiden. Grenzziehungen in kulturell und religiös konnotierten Bereichen begleiten die aggressive Durchsetzung von Marktmacht gegen die zunehmend verarmenden Sozial organisierten Volkswirtschaften. "Harz IV weg – Islamismus her" so kennzeichnete Sanem Kleff die Logik der bundesrepublikanischen Themenwechsel. Als Maskerade sah die Autorin Katja Diefenbach eine Debatte, in der die notwendige Lösung der Probleme des politischen Islam im Herzen einer abendländischen Demokratie gar nicht in Angriff genommen werden, weshalb auch volksverhetzenden Schriften in türkischen Sprache an jeder Straßenecke weiterhin verkauft werden dürfen.
Eine halbnackte Frau ist zu sehen, auf ihre Haut sind Koransuren aufgemalt wie Brandzeichen. Sie rezitiert die Schahada, schildert die Vergewaltigung durch ihren Onkel, die Zwangsverheiratung. Der Politprovokateur Theo Van Gogh, der selbsternannte Dorftrottel, gerät mit seinem Film nach dem Drehbuch der Abgeordneten entgültig ins Zentrum holländischer Kulturkriege.
Es dauerte einige Tage, bevor das deutsche Feuilleton und anschließend die rechte deutsche Politik die Chance erkannten, nach dem Mord an Theo van Gogh und der in Holland losgebrochenen gesellschaftlichen Unruhe tabuisierte Argumentationen zu re-aktualisieren. Plötzlich wurde möglich, was sich Deutsche mit Rücksicht auf die Nazi-Zeit und eingedämmt durch die Beobachtung durch die jüdische Gemeinde bislang verkniffen. Erschreckt waren die Projektleiterin "Schule ohne Rassismus", Sanem Kleff, und Ulrike Herrmann vor allem über die Tatsache, aus welchem gesellschaftlichen Bereich die neuen - alten Töne plötzlich kamen.
Ich nehme das auch so wahr, dass diese Diskussion, dieses Mal in einem ungewohnt starken Ausmaß auch aus den Parteien heraus betrieben wurde. Das war nicht immer so. Wenn in Deutschland so leicht rassistisch konnotierte Debattenwellen dann übers Land gingen, kamen sie nicht immer aus dieser Ecke und in dieser Reihenfolge.
Das Problem ist, dass der Diskurs ganz wesentlich von den politischen Eliten gefördert wird und gesteuert. Und das ist, was ich wirklich furchtbar finde. Also wenn es so wäre, dass in der Bevölkerung eine massive Unruhe gibt, oh, schon wieder diese Migranten, Medien das aufgreifen würden, dann würde ich immer noch sagen, dass ist sehr unerfreulich. Aber so ist es ja gar nicht. Im Augenblick habe ich das Gefühl, dass die Bevölkerung rationaler ist als das Feuilleton.
Diese Tatsache macht nun allerdings die Vermutung plausibel, dass sich die Neo-Konservativen Bewegungen in Deutschland im Kern nur noch wenig von denen der USA unterscheiden. Grenzziehungen in kulturell und religiös konnotierten Bereichen begleiten die aggressive Durchsetzung von Marktmacht gegen die zunehmend verarmenden Sozial organisierten Volkswirtschaften. "Harz IV weg – Islamismus her" so kennzeichnete Sanem Kleff die Logik der bundesrepublikanischen Themenwechsel. Als Maskerade sah die Autorin Katja Diefenbach eine Debatte, in der die notwendige Lösung der Probleme des politischen Islam im Herzen einer abendländischen Demokratie gar nicht in Angriff genommen werden, weshalb auch volksverhetzenden Schriften in türkischen Sprache an jeder Straßenecke weiterhin verkauft werden dürfen.