"Hier geht es erst einmal um die grundlegenden Parameter wie Schmelzpunkt, Siedepunkt, Löslichkeit in Wasser, Explosivität, Zündtemperatur, Flammpunkt, solche Sachen, die ganz wichtig sind insbesondere für Transportrichtlinien. Es muss einfach bekannt sein, ob die Substanz explosiv ist oder brennbar, wenn etwas passiert – und das war es in der Vergangenheit oft nicht","
sagt Jörg Paulus vom Untersuchungslabor LAUS im pfälzischen Kirrweiler. Manchmal ist nicht einmal bekannt, wie giftig eine Substanz ist. Um das herauszufinden, sind Tierversuche nötig. Ersatzmethoden wie Zellkulturtests hält die EU noch nicht für zuverlässig genug. Deshalb wird die Chemikalie zunächst in einer festgelegten Menge an Ratten verfüttert. Der Stoffwechsel dieser Tiere ist dem von Menschen ziemlich ähnlich. Zeigen sich keine Beeinträchtigungen, gilt der Stoff als ungiftig. Anderenfalls muss die Menge bestimmt werden, an der jedes zweite der Tiere stirbt. Solche Versuche mit Säugetieren werden nur in wenigen speziellen Testlabors gemacht. Auch die Firma LAUS gibt diese Prüfungen aus der Hand. Aber wie sich ein Stoff auf Tiere im Wasser auswirkt, das untersucht sie selbst. Dazu steht ein rundes Dutzend Aquarien im Keller: mit jungen Regenbogenforellen, gerade einmal fingerlang, und schwarz-weiß gestreiften Zebrabärblingen, um die sich Andrea Rudolf kümmert. Rudolf:
""Das sind die hier, und die züchten wir auch selber, wir kaufen aber auch zu. Die werden in der Forschung gerne verwendet, weil sie leicht zu halten und zu züchten und überall erhältlich sind, und dadurch hat sich der als Standardfisch durchgesetzt."
Auch hier gilt die Zahl der toten Tiere als Maßstab dafür, wie giftig ein Stoff ist. Ein weiterer Test ist mit Wasserflöhen vorgeschrieben. Ob eine Substanz langfristig verträglich ist, das wird wiederum an Ratten untersucht – einen Monat lang wird die Chemikalie dem Futter zugemischt, was ungefähr zweieinhalb Menschenjahren entspricht. Trotz des großen Aufwands können all diese Tests Gefahren nicht völlig ausschließen, meint Jutta Paulus vom pfälzischen Untersuchungslabor.
"Das wird es, glaube ich, immer wieder geben, dass man solche Fälle hat wie DDT oder Asbest, da könnten Sie grammweise essen, ohne dass es Ihnen etwas ausmachen würde, nur einatmen darf man es nicht. Und wenn man es einatmet, dauert es zwanzig Jahre, bis man Krebs kriegt. Das dauert natürlich, bis man so was rauskriegt."
Asbest hätte nämlich auch den Standardtest bestanden, der zeigen soll, ob eine Substanz das Erbgut verändert und damit möglicherweise Krebs auslöst. Dabei werden bestimmte Bakterienstämme unter dem Einfluss des Stoffes in einer runden Glasschale vermehrt. Per Hand zählt Andrea Rudolf, wie viele Kulturen dabei heranwachsen. Bakterienkulturen geben auch Auskunft darüber, wie lange eine Substanz in der Umwelt überlebt. Der Stoff wird mit möglichst vielen verschiedenen Bakterienarten zusammen in einem Kolben geschüttelt, zum Beispiel mit Mikroorganismen aus Kläranlagen. Regelmäßig wird dann gemessen, wie viel von der Substanz bereits abgebaut ist. All das geschieht erst jetzt für Chemikalien, die bereits vor 1981 in Gebrauch waren. Einige dieser Substanzen waren durchaus nicht so harmlos für Mensch und Umwelt, wie man damals dachte. Die Folgen des sorglosen Umgangs sind bis heute nicht überwunden, sagt Jörg Paulus.
"DDT zum Beispiel wird nicht abgebaut, lagert sich im Fettgewebe an, und man findet es heute in Walen, Pinguinen, in Eisbären, also überall auf der Welt. Heute entwickelt die Chemie schon Substanzen, die eher abbaubar sind. Denn eine Substanz, die nicht abbaubar ist und eventuell noch das Potenzial hat, sich im Fettgewebe anzureichern, wird natürlich als äußerst kritisch angesehen. Und dafür sollte es in Zukunft gar keine Genehmigung mehr geben, meiner Meinung nach."
sagt Jörg Paulus vom Untersuchungslabor LAUS im pfälzischen Kirrweiler. Manchmal ist nicht einmal bekannt, wie giftig eine Substanz ist. Um das herauszufinden, sind Tierversuche nötig. Ersatzmethoden wie Zellkulturtests hält die EU noch nicht für zuverlässig genug. Deshalb wird die Chemikalie zunächst in einer festgelegten Menge an Ratten verfüttert. Der Stoffwechsel dieser Tiere ist dem von Menschen ziemlich ähnlich. Zeigen sich keine Beeinträchtigungen, gilt der Stoff als ungiftig. Anderenfalls muss die Menge bestimmt werden, an der jedes zweite der Tiere stirbt. Solche Versuche mit Säugetieren werden nur in wenigen speziellen Testlabors gemacht. Auch die Firma LAUS gibt diese Prüfungen aus der Hand. Aber wie sich ein Stoff auf Tiere im Wasser auswirkt, das untersucht sie selbst. Dazu steht ein rundes Dutzend Aquarien im Keller: mit jungen Regenbogenforellen, gerade einmal fingerlang, und schwarz-weiß gestreiften Zebrabärblingen, um die sich Andrea Rudolf kümmert. Rudolf:
""Das sind die hier, und die züchten wir auch selber, wir kaufen aber auch zu. Die werden in der Forschung gerne verwendet, weil sie leicht zu halten und zu züchten und überall erhältlich sind, und dadurch hat sich der als Standardfisch durchgesetzt."
Auch hier gilt die Zahl der toten Tiere als Maßstab dafür, wie giftig ein Stoff ist. Ein weiterer Test ist mit Wasserflöhen vorgeschrieben. Ob eine Substanz langfristig verträglich ist, das wird wiederum an Ratten untersucht – einen Monat lang wird die Chemikalie dem Futter zugemischt, was ungefähr zweieinhalb Menschenjahren entspricht. Trotz des großen Aufwands können all diese Tests Gefahren nicht völlig ausschließen, meint Jutta Paulus vom pfälzischen Untersuchungslabor.
"Das wird es, glaube ich, immer wieder geben, dass man solche Fälle hat wie DDT oder Asbest, da könnten Sie grammweise essen, ohne dass es Ihnen etwas ausmachen würde, nur einatmen darf man es nicht. Und wenn man es einatmet, dauert es zwanzig Jahre, bis man Krebs kriegt. Das dauert natürlich, bis man so was rauskriegt."
Asbest hätte nämlich auch den Standardtest bestanden, der zeigen soll, ob eine Substanz das Erbgut verändert und damit möglicherweise Krebs auslöst. Dabei werden bestimmte Bakterienstämme unter dem Einfluss des Stoffes in einer runden Glasschale vermehrt. Per Hand zählt Andrea Rudolf, wie viele Kulturen dabei heranwachsen. Bakterienkulturen geben auch Auskunft darüber, wie lange eine Substanz in der Umwelt überlebt. Der Stoff wird mit möglichst vielen verschiedenen Bakterienarten zusammen in einem Kolben geschüttelt, zum Beispiel mit Mikroorganismen aus Kläranlagen. Regelmäßig wird dann gemessen, wie viel von der Substanz bereits abgebaut ist. All das geschieht erst jetzt für Chemikalien, die bereits vor 1981 in Gebrauch waren. Einige dieser Substanzen waren durchaus nicht so harmlos für Mensch und Umwelt, wie man damals dachte. Die Folgen des sorglosen Umgangs sind bis heute nicht überwunden, sagt Jörg Paulus.
"DDT zum Beispiel wird nicht abgebaut, lagert sich im Fettgewebe an, und man findet es heute in Walen, Pinguinen, in Eisbären, also überall auf der Welt. Heute entwickelt die Chemie schon Substanzen, die eher abbaubar sind. Denn eine Substanz, die nicht abbaubar ist und eventuell noch das Potenzial hat, sich im Fettgewebe anzureichern, wird natürlich als äußerst kritisch angesehen. Und dafür sollte es in Zukunft gar keine Genehmigung mehr geben, meiner Meinung nach."