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Rechner auf Rasterfahndung

Informatik. - Für viele Aufgaben besonders in der Wissenschaft reichen herkömmliche Rechner nicht aus. Hier soll das so genannte Grid Computing helfen, das Experten am Mittwoch auf einer Tagung am Fraunhofer Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen in Bonn diskutiert haben. Beim Grid Computing rechnen nicht einzelne Computer vor sich hin, sondern stattdessen werden Aufgaben auf ein Raster von miteinander vernetzten Rechnern an unterschiedlichen Standorten verteilt. Der Aufbau solcher Rechner-Raster ist aber nicht nur eine technologische, sondern auch eine politische Herausforderung.

09.03.2005

Schon mit einer Definition des Begriffs "Grid" taten sich die Experten in Bonn schwer. Dabei war mit Vertretern der Fraunhofer Gesellschaft, aus der Industrie, aus Universitäten und Politik bis hin zum Grid-Chef in der Europäischen Kommission die Avantgarde des Grid Computing in Europa vor Ort. Zumindest das Ziel ist aber relativ klar umrissen: Berechnungen sollen schneller fertig werden, indem Aufgaben per Internet an viele andere Computer weitergereicht werden. Dieser Vorgang soll möglichst transparent erfolgen, also ohne das der Anwender überhaupt merkt, dass sich sein Computer Hilfe geholt hat.

Das ist allerdings noch ein Knackpunkt beim Grid Computing. Es fehlt an Standards für die Kommunikation zwischen den Rechnern in einem Grid-Verbund: Wie sollen die Rechenkapazitäten verteilt werden, wie erfasst man die Leistungen und wie rechnet man die Dienste gegebenenfalls ab? Und vor allem: Wie kann die Sicherheit der Daten und der Datenschutz gewährleistet werden? Wertet man zum Beispiel im Rahmen einer medizinischen Studie Patientendaten aus, so dürfen sie natürlich ebenso wenig in falsche Hände geraten, wie die Konstruktionspläne von geheimen Prototypen eines neuen Industrieprodukts. Trotz der offenen Fragen gilt das Grid Computing aber als eine wichtige Zukunftstechnologie, die deshalb auch vom Bundesforschungsministerium im Rahmen des D-Grid-Projekts besonders gefördert wird.

[Quelle: Maximilian Schönherr]