Südamerika
Rechter und linker Politiker erreichen Stichwahl um Präsidentenamt in Kolumbien - Zweifel an Ergebnis der ersten Runde

Bei der Präsidentschaftswahl in Kolumbien gehen der rechtsgerichtete Anwalt de la Espriella und der linke Senator Cepeda in die Stichwahl.

    Wahlhelfer zählen die Stimmzettel nach Schließung der Wahllokale während der Präsidentschaftswahlen in Kolumbien.
    Präsidentenwahl in Kolumbien - Auszählung der Stimmen (dpa / Matias Delacroix)
    De la Espriella kam laut vorläufigen Ergebnissen auf 44 Prozent der Stimmen, Cepeda erzielte 41 Prozent. Die Stichwahl ist für den 21. Juni angesetzt.
    Amtsinhaber Petro durfte gemäß Verfassung nicht erneut kandidieren. Er zweifelte das Ergebnis der Wahlbehörden öffentlich an und begründete das auf der Online-Plattform X mit "Unregelmäßigkeiten" im Zusammenhang mit der Auszählungssoftware und dem Wählerverzeichnis.
    Petro war der erste linke Präsident in der Geschichte des südamerikanischen Landes. Während seiner vierjährigen Amtszeit sank die Arbeitslosigkeit, der Mindestlohn stieg um 75 Prozent. Die Sicherheitslage verschlechterte sich aber.
    Kolumbien leidet seit Jahrzehnten unter bewaffneten Konflikten, an denen neben der Armee und linken Guerillagruppen auch rechte Paramilitärs und Drogenbanden beteiligt sind.
    Diese Nachricht wurde am 01.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.