Entlastungspaket
"Regierung greift erneut zur Gießkanne": Verbraucherschützer kritisieren Tankrabatt - Lob vom Bauernverband

Verbraucherschützer kritisieren die Neuauflage des Tankrabatts als zu wenig zielgerichtet.

    Spritpreisanzeige an einer Totalenergies-Tankstelle an der Autobahn A-96 in BAyern 2026.
    Die Kraftstoffpreise sind infolge des Iran-Kriegs gestiegen. (picture alliance / M.i.S. / Bernd Feil)
    Die Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, Pop, sagte der "Rheinischen Post", die Bundesregierung greife erneut zur Gießkanne.
    Das sei teuer und kurzsichtig. Stattdessen brauche es Entlastungsmaßnahmen, die vor allem die Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen erreichten und dabei auch die beginnende Heizperiode in den Blick nähmen. Was weiterhin fehle, sei ein durchdachtes Entlastungskonzept für die steigenden Energiekosten, erklärte Pop. Ähnlich äußerten sich Sozialverbände.

    Lob vom Bauernverband, Ökonom Südekum verteidigt Tankrabatt

    Der Deutsche Bauernverband begrüßte das Entlastungspaket. Die Energiesteuer auf Kraftstoffe kurzfristig zu senken sei richtig, teilte Bauernpräsident Rukwied mit. Der Ökonom und Berater des Bundesfinanzministeriums, Südekum, sagte im Deutschlandfunk, Autofahrer würden den Effekt schnell an den Tankstellen spüren . Der Staat mache mit der Senkung der Energiesteuer in einer Sondersituation das, was er machen könne.

    Tankrabatt 17 Cent pro Liter

    Das Bundeskanzleramt hatte am Freitagabend mitgeteilt, dass der Tankrabatt 17 Cent pro Liter betragen und von Oktober bis Jahresende gelten solle. Die Kosten in Höhe von insgesamt 2,5 Milliarden Euro teilen sich demnach Bund und Länder. Zum 1. Januar soll dann ein Spritpreisdeckel eingeführt werden. Darüber will die Koalition mit den Mineralölkonzernen sprechen.
    Diese Nachricht wurde am 19.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.