Nach Abtritt von Präsident Sulyok
Regierungschef Magyar will die Schach-Spielerin Judit Polgár für das Amt der Staatspräsidentin nominieren

Ungarns Ministerpräsident Magyar will die frühere Schachspielerin Judit Polgár als Staatspräsidentin vorschlagen.

    Der russische Schachspieler Gari Kasparow (l) und die ungarische Schachweltmeisterin Judit Polgar (r) sitzen sich am 24.02.2001 während der zweiten Runde beim Super-Schachturnier im spanischen Linares konzentriert gegenüber. Die Partie endet mit einem Remis.
    Die Schachgroßmeisterin Judit Polgar (hier bei ihremMatch gegen Gari Kasparov im Jahr 2001) ist als neue Staatspräsidentin in Ungarn im Gespräch. (picture-alliance / dpa/ Enrique Alonso)
    Magyar kündigte für den heutigen Montag ein Treffen mit der 49-Jährigen an, um mit ihr über sein Vorhaben zu sprechen. Polgár spielte schon als Jugendliche auf Weltklasseniveau und wurde mehrfach Olympiasiegerin. Sie führte 26 Jahre lang ununterbrochen die Schach-Weltrangliste der Frauen an. Ein politisches Amt bekleidete sie bislang nicht.
    Der amtierende Präsident Sulyok hatte zuletzt Verfassungsänderungen unterzeichnet, die auch zur Beendigung seiner Amtszeit führen. Parlamentspräsident Fortshoffer wird ihn vertreten. Sulyok bezeichnete seine Absetzung allerdings als verfassungswidrig. Er sehe jedoch keine rechtliche Möglichkeit, etwas gegen die vom ungarischen Parlament beschlossene Änderungen zu unternehmen. Sulyok gilt als Vertrauter des ehemaligen Regierungschefs Orbán. Der neue Premier Magyar sieht sich durch seinen klaren Wahlsieg legitimiert, Orbáns Machtstrukturen abzubauen.
    Diese Nachricht wurde am 20.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.