Künstliche Intelligenz
Regisseur und Schauspieler Kassovitz begrüßt KI-Einsatz im Film

Der preisgekrönte französische Regisseur und Schauspieler Mathieu Kassovitz ist vom Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Filmbranche überzeugt. In zwei Jahren werde es niemanden mehr interessieren, ob Schauspieler KI seien oder nicht, sagte Kassovitz der britische Zeitung "The Guardian".

    Der französische Schauspieler und Regisseur Mathieu Kassovitz
    Der französische Schauspieler und Regisseur Mathieu Kassovitz (Archivbild). (AFP / VALERY HACHE)
    Kassovitz bezeichnete die Technologie als "das letzte künstlerische Werkzeug, das wir brauchen". Der Regisseur wies Bedenken zurück, dass KI das geistige Eigentum anderer Künstler stehlen könnte: "Solange man nichts von Grund auf selbst erschafft, sind wir alle Diebe."
    Derzeit dreht Kassovitz einen fast ausschließlich KI-generierten Film, der auf einem Comic aus den 1940er Jahren basiert. KI-Charaktere seien keineswegs seelenlos, sondern hätten Gefühle gezeigt, die ihn erschaudern ließen, betonte der 58-Jährige. Er kündigte die Gründung eines eigenen KI-Filmstudios in Paris an. Kassovitz' berühmteste Regiearbeit ist das Pariser Vorort-Drama "Hass". Als Schauspieler war er in "Die fabelhafte Welt der Amélie" zu sehen.
    In der Branche wächst die Sorge, Kreativschaffende könnten durch Künstliche Intelligenz überflüssig werden. Regisseure und Schauspieler wehren sich zudem gegen Technologieunternehmen, die KI-Modelle ohne Zustimmung mit ihren urheberrechtlich geschützten Werken trainieren. Das Filmfestival von Cannes etwa kündigte ein KI-Verbot für Filme im offiziellen Wettbewerb an.
    Diese Nachricht wurde am 23.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.