Referentenentwurf
Reiche legt neues "Heizungsgesetz" vor - Umweltschützer: "Klimapolitische Bankrotterklärung"

Die Bundesregierung will den verpflichtenden Umstieg auf erneuerbare Energien beim Heizungseinbau lockern. In einem Referentenentwurf des Wirtschaftsministeriums zum geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz ist ein Verbot fossiler Brennstoffe nach dem Jahr 2045 nicht mehr vorgesehen. Öl- und Gasheizungen dürften dann weiterhin eingebaut werden.

    Eine Frau regelt die Heizung am Thermostat.
    Der Entwurf für das neue Gebäudeenergiegesetz sorgt weiter für Kritik. (picture alliance / Zoonar / Dmitrii Marchenko)
    Ab dem Jahr 2029 greift zudem eine stufenweise Quote für klimafreundliche Brennstoffe wie Biomethan oder Wasserstoff. Diese soll bis zum Jahr 2040 auf 60 Prozent steigen.
    Der Umweltverband Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland sprach von einer "klimapolitischen Bankrotterklärung". "Nicht nur sollen Öl- und Gasheizungen weiter ungebremst eingebaut werden können, sondern auch nach 2045 weiter fossil betrieben werden dürfen", erklärte der Energie- und Klimapolitikexperte des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Neu. Auch Grünen-Chef Banaszak übte Kritik. "Schwarz-Rot behauptet, die Klimaziele zu halten. Tatsächlich werden mit diesem Gesetz die Nebenkosten steigen – und die Klimaziele gleich mit versemmelt", sagte Banaszak dem Nachrichtenportal "Politico".

    Neues Gesetz soll Bürger um fünf Milliarden Euro entlasten

    Die Koalition aus Union und SPD bezifferte die Entlastungen für die Bürgerinnen und Bürger auf rund fünf Milliarden Euro pro Jahr. Für die Wirtschaft ⁠wurde eine jährliche Entlastung von rund ‌2,3 Milliarden Euro genannt. Aus ​dem Entwurf geht nicht hervor, wie die Regierung diese Entlastungen berechnet wurden.
    Das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) ​soll durch das neue Gesetz ersetzt werden, das laut Entwurf "technologieoffener, ‌flexibler, praxistauglicher und einfacher" sein soll. Eigentümer sollen demnach mehr Entscheidungsfreiheit beim Heizungstausch haben.
    Deutschland hat sich verpflichtet, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 65 Prozent verglichen mit dem Stand von 1990 zu senken. Bis 2040 muss eine Reduzierung um mindestens 88 Prozent erreicht sein, bis 2045 dann Treibhausgasneutralität. Im Jahr 2025 lagen die Treibhausgasemissionen um 48 Prozent unter dem Stand von 1990.
    Diese Nachricht wurde am 05.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.