Iran-Krieg-Folgen
Reiche sieht keinen Kerosinmangel - anders als Vizekanzler Klingbeil und der Luftverkehrsverband

​Bundeswirtschaftsministerin Reiche sieht weiter keine Gefahr eines Kerosinmangels in Deutschland. Die Energieversorgung sei aktuell ⁠gesichert, sagte eine Sprecherin der CDU-Politikerin. Das Ministerium nehme die Sorgen der Luftfahrtbranche aber ernst.

    Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche (CDU) bei einer Pressekonferenz mit gesenktem Blick
    Bundeswirtschaftsministerin Reiche, CDU, sieht keine Gefahr eines Kerosin-Mangels. (picture alliance / dts-Agentur / dts Nachrichtenagentur GmbH)
    Für Montag seien gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium Versorger, Flughäfen, Airlines und Verbände zu einem Gespräch eingeladen worden. Zuletzt hatte Reiche erklärt, der Chef der Internationalen Energieagentur ‌spreche von Knappheiten in asiatischen Märkten. "Hier haben wir in Deutschland keinen Mangel an Kerosin". Auch bei der Freigabe der Ölreserve habe man Teilmengen an Kerosin freigegeben, die aber nicht übermäßig nachgefragt worden seien.

    Klingbeil fordert Maßnahmen von Reiche

    Bundesfinanzminister und Vizekanzler Klingbeil fordert Maßnahmen gegen einen von der Internationalen Energieagentur (IEA) prognostizierten möglichen Kerosinmangel. "Wir müssen die Warnungen vor Kerosinknappheit sehr ernst nehmen", sagte der SPD-Chef dem "Spiegel". "Für mich ist klar: Wir sollten ‌nicht nur ‌das Preisproblem angehen, sondern müssen jederzeit auch die Versorgungssicherheit im Blick ​haben."
    Die IEA hatte am Freitag gewarnt, mehrere europäische Länder könnten in den kommenden sechs Wochen einer ‌beginnenden Knappheit von Kerosin gegenüberstehen.

    EU arbeitet an Notfallplan

    Zuvor war bekannt geworden, dass die Europäische Union (EU) einen ⁠Notfallplan gegen drohenden Kerosinmangel erstellt. Wie aus ⁠einem Entwurf hervorgeht, sollen die Raffineriekapazitäten in Europa erfasst und deren volle Auslastung sichergestellt werden.
    Europäische ​Fluggesellschaften und der Luftverkehrsverband hatten vor Kerosinengpässen binnen Wochen gewarnt, sollte die Versorgung aus dem Nahen Osten blockiert bleiben. Dies könnte den Reiseverkehr vor dem Sommer erheblich beeinträchtigen.
    Europa ​importiert nach Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) 30 Prozent seines Bedarfs ‌an Flugbenzin. Rund 75 Prozent der Einfuhren stammen aus dem Nahen Osten.
    Diese Nachricht wurde am 18.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.