Erhebung
Reichstes zehn Prozent für Billionenschäden an der Umwelt verantwortlich

Das reichste Zehntel der Weltbevölkerung verursacht Schäden an der Umwelt in Billionenhöhe. Das hat ein Forscher-Team aus Großbritannien und den Niederlanden berechnet.

    Ein Privatjet steht auf einem Rollfeld. Der Blick richtet sich frontal auf das Flugzeug.
    Ein Privatjet in Frankfurt am Main (Symbolbild) (picture alliance / Daniel Kubirski / Daniel Kubirski)
    Demnach verursachen die reichsten zehn Prozent mit ihrem Konsum jedes Jahr Umwelt- und Klimaschäden zwischen 1,7 und 5,7 Billionen US-Dollar. Ein Großteil dieser Schäden entstehe durch das Artensterben, dann folgten die Auswirkungen durch den Klimawandel.
    Das reichste Zehntel verursacht demnach pro Person Umweltkosten in Höhe von 2.300 bis 7.500 US-Dollar pro Jahr, heißt es in dem Beitrag im Fachjournal "Communications Sustainability" weiter. Rund 60 Prozent dieser Menschen lebten in den USA und in der Europäischen Union, nur rund zwei Prozent in Indien.

    Schätzungen auf Basis eines Referenzhandbuchs

    Die Forschenden der niederländischen Universität Leiden und der englischen Universität Oxford berechneten die Kosten nach eigenen Angaben auf Basis von Zahlen aus dem Jahr 2017. Demnach nutzten sie ein sogenanntes Environmental Prices Handbook, ein Referenzhandbuch für die Monetarisierung von Umweltschäden. Die Spannweite der Geldsummen ergebe sich aus der Unsicherheit der Schätzung, heißt es. Dabei bezögen sich die Angaben lediglich auf den Konsum, Folgen von Finanzinvestitionen seien nicht berücksichtigt worden.
    Forscherin Inge Schrijver sagte, die Geldbeträge machten das Ausmaß der Schäden und der Verantwortung der obersten zehn Prozent deutlich. Mit ihren Kollegen spricht sie sich dafür aus, die Umwelt stärker zu schützen und die Verursacher von Schäden in die Pflicht zu nehmen. Schrijver erläutert, falls der Verursacher zahlen und dieses Geld in Lösungen fließen würde, könnte das einen enormen Unterschied machen.
    Diese Nachricht wurde am 19.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.