Studie
Reifenabrieb für Plastikpartikel in der Luft verantwortlich

Wer sich in Städten bewegt, atmet Reifenabrieb über die Luft ein. Forscher aus Leipzig haben jetzt untersucht, wie groß die Gesundheitsgefahren durch Plastikverschmutzung sind. Die Ergebnisse zeigten, wie wichtig es ist, Nano- und Mikroplastikpartikel in der Luft als Schadstoffe zu überwachen, hieß es.

    Tempo 30 Zone auf der Herner Straße, zur Luftreinhaltung, in Bochum Riemke, Durchfahrtsverbot für LKW,
    Eine vielbefahrende Straße in einer deutschen Stadt (Symbolbild). (dpa/ Jochen Tack)
    Die Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) und der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg saugten an einer stark befahrenen Straße in Leipzig zwei Wochen lang Luft durch Filter an. Die Filter wurden alle 24 Stunden gewechselt und später im Labor mit Pyrolyse-Gaschromatographie und Massenspektroskopie analysiert. 

    Leipzigs Bewohner atmen etwa 2 Mikrogramm Plastik pro Tag über die Luft ein

    Die Bewohner der Großstadt Leipzig atmen der Studie zufolge hochgerechnet ungefähr 2,1 Mikrogramm Plastik pro Tag über die Luft ein. Das erhöhe das Sterberisiko durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenkrebs um etwa ein Zehntel, teilten die Wissenschaftler mit. Die chemischen Analysen böten einen ersten Einblick in die Belastung der Atemluft mit Nano- und Mikroplastik. Als Nanoplastik werden alle Plastikpartikel kleiner als 1 Mikrometer bezeichnet, als Mikroplastik alle zwischen einem Mikrometer und einem Millimeter. Die Plastikverschmutzung der Luft gehe zu rund zwei Dritteln auf Reifenabrieb zurück.

    Weitere Untersuchungen notwendig

    Die Studie beantwortet allerdings noch nicht die Frage, wie stark die Konzentrationen in der Luft sich zu verschiedenen Tageszeiten und an verschiedenen Orten in der Stadt unterscheiden. Auch jahreszeitliche Schwankungen konnten nicht erfasst werden. Die Forschenden planen deshalb in einem Folgeprojekt, Proben über den Zeitraum eines Jahres zu nehmen.
    Diese Nachricht wurde am 07.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.