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StartseiteCampus & KarriereDen Geist weiterentwickeln15.06.2016

Reihe "Helden der Weiterbildung"Den Geist weiterentwickeln

Teil 4: Sonja Schildt

Zehn Jahre hat Sonja Schildt in der Werbebranche gearbeitet, bevor sie zum Yoga kam - als Ausgleich für den stressigen Alltag. Yoga hat sie mittlerweile zu ihrem Beruf gemacht. Doch damit ist der Karriereweg noch nicht zu Ende: Der nächste Schritt ist eine Weiterbildung zur Heilpraktikerin.

Von Nural Akbayir

Sonja Schildt (Nural Akbayir)
Sonja Schildt lässt sich zur Heilpraktikerin ausbilden. (Nural Akbayir)

"Der Körper liegt in Rückenlage, die Beine hüftbreit, die Hände fallen leicht nach außen. Der Kopf liegt symmetrisch, wir nehmen wahr, wie der Körper auf dem Boden aufliegt."

So klingen Entspannungsphasen in Yogakursen von Sonja Schildt. Die gibt die 47-Jährige täglich in ihrem Kölner Studio, mal morgens, mal abends, mal an den Wochenenden. Als selbstständige Yogalehrerin bleibt es kaum aus, sich immer wieder und auch längerfristig weiterzubilden. 

"Ich hab mich entschlossen, eine Heilpraktiker-Ausbildung zu machen, weil ich einerseits mein Fachwissen erweitern möchte, mich auf dem Markt auch besser platzieren möchte. Aber auch, um mir persönlich einfach noch meinen Geist und mein Dasein weiter zu entwickeln."

Dabei kommt Sonja Schildt aus einer völlig anderen Richtung. Nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften hat sie zehn Jahre lang in der Werbung gearbeitet, in einer großen Düsseldorfer Agentur.

Dann kam der Wandel und aus ihrem Hobby, dem Yoga, wurde ihr neuer Beruf.

"Ursprung war, dass ich einen Ausgleich suchte zu meinem Berufsdasein vor über zehn Jahren. Und da bin ich zum Yoga gekommen und über's Yoga dann in die Tiefe gehend, was kann ich denn da noch weiter machen. Und das wollte ich auch gerne dann, weil es mich so motiviert hat, an die Menschen weiter geben, und so sind dann die Schritte jetzt, einer nach dem anderen entstanden."

Täglich vier Stunden lernen

Für die Weiterbildung zur Heilpraktikerin hat Sonja Schildt anderthalb Jahre lang eine Heilpraktikerschule in Köln besucht. Zwei Mal wöchentlich findet dort der Unterricht statt. Für Außenstehende sind die Inhalte kaum nachvollziehbar.

Die Grundlagen des Heilpraktikers sind in 22 Themengebiete unterteilt, ziemlich komplex, findet Sonja Schildt, wie ein kleines Medizinstudium:

"Das ist der Bewegungsapparat, das wäre das Herz, das ist die Lunge, die Leber, alle Organe erst mal und das Gehirn, und wie das alles zusammen funktioniert. Mal abgesehen von Gesetzeskunde, Hygiene, um den theoretischen Fragen aber auch der praktischen Arbeit dann gerecht werden zu können." 

Um den Stoff bis zu den Prüfungen diesen Herbst zu verinnerlichen, müsste Sonja Schildt täglich vier Stunden lang lernen, erzählt sie. Dass ihr das Lernen schwer fällt, habe auch etwas mit ihrem Alter zu tun:

"Ich sag mal so, im Bereich Marketing war es mir leichter Dinge auswendig zu lernen, als im Bereich der Medizin. Aber es macht auch ein bisschen das Alter, habe ich das Gefühl. Ich hab das etwas unterschätzt. Also das ist schon so, dass man mit zunehmendem Alter sich den Inhalten auch mit mehr Disziplin, als man das als junger Mensch geschafft hat, auseinandersetzen muss." 

"Die Zeit muss man sich gut einteilen"

Für den Heilpraktiker zahlt Sonja Schildt rund 6.000 Euro. Das deckt die Kosten für Schule, Literatur und die Prüfungen. Das Geld hat die Yogalehrerin angespart, bekommt aber auch Unterstützung von ihrem Ehemann. 

Arbeit, Familie, Weiterbildung. Um das alles unter einen Hut zu bekommen, muss sie sich stark disziplinieren. 

"Die Vorbereitungen, die Nachbereitungen für diese Kurse, die sind ja auch wichtig. Die Familie, ich habe zwei Söhne, die auch meine Unterstützung brauchen, ich habe auch einen Haushalt zu pflegen, und ja, da bleibt dann auch nicht wirklich so viel Zeit. Die muss man sich gut einteilen." 

Und an diesem Zeitmanagement muss die angehende Heilpraktikerin jeden Tag aufs Neue festhalten. 

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