Berg-Karabach
Religionsbeauftragter warnt vor Ende armenisch-christlicher Kultur

Der Beauftragte der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Schwabe, befürchtet ein Ende der armenisch-christlichen Religion in Bergkarabach. Er habe große Sorge, dass Aserbaidschan versuche, alle derartigen Zeugnisse zu zerstören, sagte der SPD-Politiker dem Evangelischen Pressedienst.

03.10.2023
    Auf einem Bild sieht man Autos, die vollgepackt sind, sowie Menschen auf einem Laster. Sie alle fliehen offenbar aus Bergkarabach.
    Nach der Angriff Aserbaidschans haben inzwischen fast alle Armenier Bergkarabach verlassen (IMAGO / Le Pictorium / Sylvain Rostain)
    Dabei verwies er auf entsprechende Erfahrungen in der Exklave Nachitschewan, die Aserbaidschan 2020 erobert hatte. "Die gezielte Zerstörung von kulturellen und religiösen Stätten ist ein Kriegsverbrechen", betonte Schwabe.

    UNO: Bisher keine entsprechenden Anzeichen

    Währenddessen hat ein Team der Vereinten Nationen in Bergkarabach bislang keine Anzeichen von Zerstörungen festgestellt. Kulturelle und religiöse Einrichtungen seien unbeschädigt geblieben, sagte ein Sprecher. Man habe auch keine Schäden an öffentlicher ziviler Infrastruktur gesehen.
    Das aserbaidschanische Militär hatte am 19. September eine Offensive in Bergkarabach begonnen, um die Region wieder unter Kontrolle der Regierung zu bringen. Inzwischen sind fast alle Bewohnerinnen und Bewohner nach Armenien geflüchtet. Die Region Bergkarabach gehört völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan, wurde aber bis zuletzt mehrheitlich von etwa 120.000 christlichen Armeniern bewohnt.
    Diese Nachricht wurde am 03.10.2023 im Programm Deutschlandfunk Kultur gesendet.