Freitag, 19. April 2024

Unibibliothek Leipzig
Reste einer Handschrift von Meister Eckhart entdeckt

An der Universitätsbibliothek Leipzig ist ein Streifen Pergament entdeckt worden, der von Eckhart von Hochheim - bekannt als Meister Eckhart - stammen soll.

12.09.2023
    Eine Hand hält eine Lupe übr den schmalen beschrifteten Streifen Papier.
    Das Schriftzeugnis von Meister Eckhart. (Olaf Mokansky/Universitätsbibliothek Leipzig/dpa)
    Die schmalen Streifen sollen helfen, die Entstehung eines bekannten Textes des bedeutenden Theologen und Philosophen nachzuvollziehen. Die beiden Fragmente sollen um 1300 in Thüringen geschrieben worden sein, wie die Leipziger Bibliothek mitteilte. Eckhart habe zu dieser Zeit am Dominikanerkloster in Erfurt gewirkt. Die Streifen mit dem theologisch-mystischen Text waren demnach als Buchbindematerial wiederverwendet und so überliefert worden. Sie führen nahe an das unmittelbare Umfeld des Mystikers heran wie kein anderes Dokument.

    Frühe Version des Textes "Von zweierlei Wegen"

    Auf den Pergamentresten sind Ausschnitte aus einem sehr weit verbreiteten Text erhalten, der nach neuesten Erkenntnissen auf Eckhart zurückgeht und unter dem Titel „Von zweierlei Wegen“ bekannt ist. Der Text sei später von Eckhart selbst sowie von anderen Autoren geändert worden. Mit dem aktuellen Fund sei es nun möglich, den Text in einem sehr frühen Stadium der Überlieferung kennenzulernen.
    Meister Eckhart lebte vermutlich von 1260 bis 1328. In den Jahren 1294 bis 1310 wirkte er im Erfurter Dominikanerkloster, zunächst als Prior des Klosters, später als Verantwortlicher für die dominikanische Ordensprovinz Saxonia.
    Diese Nachricht wurde am 12.09.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.