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Restrukturierungspläne bei deutschen Großbanken

Das schreibt zu geplanten und bereits vollzogenen Sparpaketen bei den Banken:

    "Der scheibchenweise Umbau spricht für eine strategische Hilflosigkeit. Die Führungsspitzen von Hypo-Vereinsbank und Commerzbank haben offenbar immer noch keinen überzeugenden Masterplan in der Tasche, um ihre Häuser zu auch international akzeptabler Ertragsstärke zu führen. Da ein wirklicher Wirtschafts- und Börsenboom auf absehbare Zeit nicht in Sicht ist, stellt sich weiterhin die Frage, wo die Banken überhaupt wachsen wollen. Wenn HVB und Commerzbank dies im Alleingang nicht schaffen, müssen sie wohl erneut über einen Zusammenschluss nachdenken."

    Der Siemens-Konzern unternimmt den zweiten Anlauf, um das österreichische Technologie-Unternehmen VA Tech zu übernehmen. Die BÖRSEN-ZEITUNG sieht darin einen "sinnvollen Wachstumsschritt". Weiter heißt es:

    "Der Wert von VA Tech liegt nicht in der Performance, die unter dem aktuellen Umbau leidet. Die Österreicher bringen Technologie, Marktzugang und Synergiepotenzial mit. In der Energieübertragung erobert das Duo führende Positionen. Zudem bildet VA Tech mit der Siemens Landesgesellschaft ein Sprungbrett für Südosteuropa. Auch durch ihre Beharrlichkeit zeigen die Münchner in diesem Fall Größe."

    Die Wiener Zeitung DER STANDARD meint:

    "Für die VA Tech mit ihren 17.000 Mitarbeitern ist die Übernahme ein geringeres Risiko als befürchtet: Ihre Kostenstruktur ist günstiger als die der Bayern. Und der Zickzackkurs der vergangenen Jahre ist ebenfalls beendet. Siemens hat auf die früher üblichen Rücksichtnahmen verzichtet und ein wenig die Muskeln spielen lassen. Und der Regierung bleibt nichts anderes übrig, als sehr freundlich zu nicken.

    Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG befasst sich dem Rechtsstreit zwischen Porsche und der Frankfurter Börse. Der Autohersteller weigert sich, als Voraussetzung für die Aufnahme in die wichtigsten Börsen-Indizes Quartalsberichte vorzulegen:

    "Das Hauptargument gegen die Berichte, dass sie zu kurzatmigen unternehmerischen Entscheidungen verleiten würden, um die Erwartungen des Kapitalmarktes zu erfüllen, können viele Vorstände nachvollziehen. Es ist richtig, dass die Börse in wirtschaftlich schwierigen Zeiten oft übertrieben auf kleinste betriebliche Störungen reagiert. Daraus aber die Konsequenz zu ziehen, generell wieder weniger zu sagen, gleicht einer Bevormundung der Anleger."