Sonntag, 03. Juli 2022

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Richtig Schreiben lernen – aber wie?
Von der Diskussion um Handschrift und Rechtschreibung an den Schulen

Leserlich schreiben - das ist für immer mehr Schüler ein Problem. Der Hälfte aller Schüler fällt es schwer, eine flüssige und leserliche Handschrift zu entwickeln. Vor allem die klassische Schreibschrift mit ihren Schnörkeln und Verbindungen bereitet ihnen Probleme, ergab jetzt eine Umfrage unter 2.000 deutschen Lehrern. Das Kulturgut Schreibschrift scheint auszusterben.

Moderation: Manfred Götzke | 11.04.2015

Eine Frau schreibt ihre Gedanken und Gefühle in einen Schreibblock.
Die individuelle Schreibschrift soll sich irgendwann ganz von selbst entwickeln: In mehreren Bundesländern erlernen Grundschüler nur noch eine Sonderform der Druckschrift. (picture-alliance/ dpa - Kai-Uwe Heinrich)
Und die Kultusministerien sind dabei offenbar nicht ganz unschuldig: In mehreren Bundesländern erlernen Grundschüler nur noch eine Sonderform der Druckschrift, die individuelle Schreibschrift soll sich irgendwann ganz von selbst entwickeln. Ein gescheitertes Experiment, meinen manche Grundschuldidaktiker. Das Pisa-Wunderland Finnland hat die Schreibschrift dagegen jetzt komplett aus dem Lehrplan gekegelt.
Dabei stellt sich in Zeiten des allgegenwärtigen Wischens und Tippens die Frage, welche Rolle die Basiskompetenz Handschrift überhaupt noch spielt. Der Schriftverkehr im Berufs- und Geschäftsleben wird heute nur noch am Rechner erledigt, auch Studierende sitzen heute mit Laptop, statt mit Kladde und Kuli in Vorlesung und Seminar. Laut einer Studie des englischen Online-Schreibwarenhändlers Docmail hat jeder Dritte Erwachsene in den letzten sechs Monaten gar nichts Handschriftliches mehr festgehalten.
Campus und Karriere fragte: Welche Rolle spielt die Schreibschrift noch? Wie lernen Kinder überhaupt am besten schreiben? Sollten sich Schüler in einer durchdigitalisierten Welt überhaupt noch mit dem Erlernen der Schreibschrift abmühen? Und: wie wichtig ist die Handschrift für die motorische und kognitive Entwicklung?
Gesprächsgäste waren:
* Christian Marquardt, wissenschaftlicher Beirat des Schreibmotorik Instituts
* Ute Andresen, Pädagogin und Ex-Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Lesen und Schreiben
* Frank Kühn, Rektor der deutschen Schule in Helsinki
Moderation: Manfred Götzke
Eine Sendung mit Hörerbeteiligung über Telefon 00800 – 44 64 44 64 oder per Mail an campus@deutschlandfunk.de