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StartseiteEssay und DiskursRituale (1/2)24.04.2011

Rituale (1/2)

1. Die Kompensation von Verlusterfahrungen

Rituale sind für den Menschen fundamental. Jahrtausende alte Kulturgeschichte findet sich in ihnen abgelagert, durch ihre festen Formen und Rhythmen geben sie Halt, sie sind konstitutiv für die Verbindung des Einzelnen mit der Gemeinschaft, erleichtern Phasenübergänge, geben Anlass zu Muße, Besinnung und ekstatischem Genießen.

Der Anthropologe Christoph Wulf im Gespräch mit Svenja Flaßpöhler

Trauerkreuze an Unfallstellen (AP)
Trauerkreuze an Unfallstellen (AP)

Aber in welcher Form werden Rituale heute, in Zeiten zunehmender Individualisierung und Rationalisierung, gelebt? Wird das Ritual immer mehr zur Privatreligion, womöglich gar zum zwangsneurotischen Zeremoniell?

Sind Individualsportart, Vorabendserie und zwanghaftes E-Mail-Checken längst an die Stelle gemeinschaftlicher Kollektiverfahrungen getreten?
Und was wird eigentlich aus dem Osterlamm, dem rituellen Tieropfer, wenn wir nach der Lektüre von Safran Foers "Tiere essen" jetzt alle zu Vegetariern werden?

Svenja Flaßpöhler führt darüber Gespräche mit dem Anthropologen Christoph Wulf von der FU Berlin und dem Philosophen Robert Pfaller aus Wien.

Der erste Gesprächspartner ist der Anthropologe Christoph Wulf. Er ist Professor für Allgemeine und Vergleichende Erziehungswissenschaft und Mitglied des Interdisziplinären Zentrums für Historische Anthropologie an der Freien Universität Berlin. Thema des Gespräch ist die Kompensation von Verlusterfahrungen.

Teil 2 am 25.4.11

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