Donnerstag, 18. August 2022

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Rudern
"Wie beim Rodeo"

Wegen starken Windes sind die Ruder-Wettbewerbe am Sonntag in Rio de Janeiro abgesagt worden. Damit fiel auch der erste Vorlauf des deutschen Vierers ohne Steuermann ins Wasser. "Man weiß gar nicht, wohin mit dem Adrenalin", sagte Maximilian Planer im DLF.

Maximilian Planer im Gespräch mit Philipp May | 07.08.2016

    Ein Ruderer trainiert in Rio, währned der Wind die Bahnbegrenzung verweht
    Widrige Ruder-Bedingungen in Rio (Soeren Stache, picture alliance / dpa)
    Wenn die Startzeit eines Rennens verschoben wird, stört das den gesamten Ablauf eines Athleten, erklärte der deutsche Ruderer Maximilian Planer, den wir schon seit seiner Vorbereitung begleiten und dessen Vorlauf - wie alle Rennen am Sonntag - wegen des starken Windes abgesagt wurde. "Wir essen und trinken eine bestimmte Stundenzahl vor Rennbeginn nichts mehr, wir machen die Besprechung. Das ist schon schwierig, auch für die Konzentration und Anspannung."
    Maximilian Planer vom Deutschland Vierer ohne Steuermann 2016 ist am 28.04.2016 in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) am Dortmund-Ems-Kanal zu sehen. Foto: Ina Fassbender/dpa
    Maximilian Planer vom Deutschland Vierer ohne Steuermann (picture alliance / dpa Ina Fassbender/)
    Das größte Problem auf dem See seien die starken Wellen. Der See sei nicht sehr windgeschützt, die Wellen würden sich relativ hoch aufbauen. "Die Wellen beim Morgentraining waren so hoch, dass sie ins Boot geschwappt sind." Vor allem die Seitenwellen seien tückisch: "Wenn die Welle parallel zum Boot liegt, schaukelt das immer nach oben und unten wie auf einem Rodeopferd. Ist aber ruderbar und auch fair."
    Alles andere als fair sei die Berechtigung ausgerechnet in seiner Klasse, dem Riemen-Vierer, russische Ruderer an den Start in Rio gehen zu lassen - in allen anderen Bootsklassen wurden die russischen Sportler gesperrt. "Mir fällt es schwer zu glauben und darauf zu vertrauen, das einzelne Ruderer nicht gedopt haben", sagte Planer. "Ich sehe das mit großer Skepsis und hoffe, dass wir die Jungs im Vorlauf hinter uns lassen und damit auch ein Zeichen setzen. Man will eigentlich mit denen nichts zu tun haben."
    Das vollständige Gespräch können Sie mindestens sechs Monate in unserer Mediathek nachhören.
    Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.