Castor-Behälter
Rückholung von deutschem Atommüll aus dem Ausland abgeschlossen

Nach mehreren Jahrzehnten ist die Rückholung von deutschem Atommüll aus dem Ausland abgeschlossen. Wie das Bundesumweltministerium mitteilte, trafen die letzten Castor-Behälter aus der Wiederaufarbeitungsanlage im britischen Sellafield in den vergangenen Tagen im Zwischenlager Brokdorf in Schleswig-Holstein ein.

    Das Foto zeigt einen Castor-Transport, der vom Elbehafen Brunsbüttel zum Kernkraftwerk Brokdorf fährt.
    Castor-Transport in Schleswig-Holstein (picture alliance / dpa / Bodo Marks)
    Der Staatssekretär im Umweltministerium, Flasbarth, sagte, die Wiederaufbereitung habe für Deutschland nie wirklich funktioniert und strahlender Müll sei übriggeblieben. Dafür übernehme man jetzt die Verantwortung.
    Von 1973 bis 2005 wurden dem Ministerium zufolge rund 6.670 Tonnen an verbrauchten Brennelementen aus deutschen Kernkraftwerken zu Wiederaufarbeitungsanlagen gebracht. Der Großteil von knapp 5.400 Tonnen sei im französischen La Hague aufbereitet worden. Von dort sei der letzte Atommüll im November 2024 zurückgekehrt.
    In den vergangenen Jahrzehnten ließen die Betreiber der Atomkraftwerke verbrauchte Brennelemente zur Wiederaufbereitung nach Sellafield und La Hague bringen. Sie verpflichteten sich vertraglich, nicht mehr verwertbare, radioaktive Rückstände zurückzunehmen. Zusätzlich garantierte dies auch die Bundesrepublik mit völkerrechtlichen Verträgen.

    Provisorische Unterbringung in Zwischenlagern

    Seit 2005 dürfen alte Brennstäbe nicht mehr ins Ausland gebracht werden. Die Rücknahme zuvor gelieferter Elemente lief jedoch weiter. Für die Rückführung sind die früheren Atomkraftwerksbetreiber zuständig, für die Lagerung der deutsche Staat.
    Der AKW-Abfall ist hochradioaktiv. Ein Endlager für den Atommüll gibt es in Deutschland bisher nicht. Die Abfälle bleiben deshalb vorerst in 16 Zwischenlagern untergebracht.
    Diese Nachricht wurde am 19.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.