Dienstag, 23. April 2024

100 Jahre Radio und seine Kunstformen
Rundfunk als Hörkunst

Schon in den 1930er-Jahren sprach Rudolf Arnheim in seiner Radiotheorie davon, dass der Rundfunk eine „Tugend der Blindheit“ sei und ein eigenes Ausdrucksmittel. Die Spurensuche macht klar, so oft das Medium auch totgesagt war, gedeiht "Radiokunst" nach wie vor.

Von Leonie Reineke | 12.09.2023
In einem schrankhohen Regal sind ganz unterschiedliche, bunte Radiogeräten einsortiert.
Die ersten Rundfunkgeräte waren große, schwere Geräte in Schrankformat und wurden dann immer handlicher und mobiler. (pexels / Deb)
Der Medientheoretikers Rudolf Arnheims führte vor knapp 100 Jahren in seiner Radiotheorie aus: Das Radio sei mehr als ein bloßes Verbreitungsmittel. Es sei ein „Ausdrucksmittel“, das puren Klang ohne Bild liefert und damit „einem echten menschlichen Bedürfnis entgegenkommt“.

Und das Radio lebt doch!

Ob das heute immer noch so ist? Das Fernsehen jedenfalls hat das Radio, entgegen aller anfänglichen Befürchtungen, nicht abgelöst. Und auch das Internet samt seiner schwindelerregenden Angebotsflut hat es bisher nicht getan. Insofern scheint Arnheims kurzer Band „Rundfunk als Hörkunst“ bis heute Gültigkeit zu haben. Und auch wenn die fast 100 Jahre zurückliegenden Utopien der ersten Funkopern fast vergessen sind, so finden sich doch immer wieder Ecken und Nischen, in denen echte „Radiokunst“ entsteht.

Aktuelle Radiokunst

Ob experimentelles Hörspiel, radiophone Heimstudiokomposition, Bühnenperformance mit Radiorauschen oder Field-Recording-Stück, das natürliche Radiowellen hörbar macht - der Äther scheint nach wie vor ein Medium zu sein, das Künstlerinnen und Künstler fasziniert.