Finsterau
Russische Athleten bei Para-Weltcup im Skilanglauf am Start - Kritik aus Deutschland

Beim Para-Weltcup im bayerischen Finsterau gehen erstmals seit Jahren wieder russische und belarussische Sportler unter eigener Flagge an den Start. Die Entscheidung sorgt bei deutschen Verbänden für Kritik.

    Zwei Skiläuferinnen hintereinander, die vordere führt die hinter über die Strecke.
    Im bayerischen Finsterau findet der Para-Ski-Weltcup statt. (Archivbild) (imago / DBS-Akademie / imago sportfotodienst)
    Rund 200 Para-Sportler aus 25 Nationen treten derzeit beim Weltcup im Skilanglauf in Finsterau im Bayerischen Wald an. Für die Athleten geht es um Formtests und Ranglistenpunkte mit Blick auf die Paralympischen Winterspiele im März in Norditalien. Vertreten sind unter anderem Teams aus Brasilien, Japan und Südkorea. Besonders umstritten ist die Teilnahme von 17 russischen sowie neun belarussischen Sportlerinnen und Sportlern.

    Start unter eigener Flagge sorgt für Empörung

    Nach einer Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs CAS dürfen die Athleten wieder an internationalen Wettkämpfen teilnehmen. In Finsterau treten sie nicht als neutrale Athleten, sondern unter eigener Flagge an. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) reagierte mit scharfer Kritik. Verbandspräsident Hans-Jörg Michels sprach von einem Bruch sportlicher Grundwerte und wies darauf hin, dass sich seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine nichts geändert habe.
    Auch Bundestrainer Ralf Frombach äußerte Zweifel an der Trennung von Sport und Politik sowie an der sportlichen Vergleichbarkeit. Russische Athleten seien schließlich bereits seit Jahren von internationalen Wettkämpfen ausgeschlossen gewesen. Zudem gebe es Fragen zur Transparenz der Klassifizierung und zur Verlässlichkeit der Dopingkontrollen.

    CAS-Entscheidung als Grundlage

    Anfang Dezember hatte der CAS Klagen aus Russland und Belarus gegen den Weltverband FIS teilweise stattgegeben. Grundlage hierfür ist eine Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees, welches die Suspendierungen beider Länder aufgehoben hatte. Somit können russische und belarussische Athleten wieder Ranglistenpunkte sammeln und sich unter Umständen Startplätze für die Paralympics sichern.
    Die Organisatoren in Finsterau erklärten, sie respektierten die Entscheidung der internationalen Verbände und wünschten sich, dass der sportliche Wettbewerb im Mittelpunkt stehe. Der Weltcup läuft noch bis zum Wochenende.
    Diese Nachricht wurde am 14.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.