Freitag, 01. März 2024

Estnische Regierungschefin Kallas
Russische Fahndung ist Einschüchterungstaktik

Estlands Regierungschefin Kallas hat die russische Fahndung nach ihr als eine Einschüchterungstaktik Moskaus kritisiert.

14.02.2024
    Estlands Ministerpräsidentin Kaja Kallas
    Estlands Ministerpräsidentin Kaja Kallas (dpa / picture alliance / Pavel Golovkin)
    Kallas sagte in der Hauptstadt Tallin, dies sei der Versuch, sie zum Schweigen zu bringen. Estland werde die Ukraine aber weiter unterstützen.
    Der Kreml in Moskau hatte heute bekanntgegeben, Kallas zur Fahndung ausgeschrieben zu haben. Kreml-Sprecher Peskow sagte, die Politikerin habe das historische Andenken Russlands verunglimpft. Kallas wird vorgeworfen, die Zerstörung von Denkmälern für sowjetische Soldaten angeordnet zu haben. Laut einem Vermerk des russischen Innenministeriums wird deshalb auch nach dem estnischen Staatssekretär Peterkop und dem litauischen Kulturminister Kairys gefahndet.
    Der litauische Außenminister Landsbergis warnte, die Politikerinnen und Politiker müssten nun sorgfältig überlegen, ob sie in Drittländer reisten, die möglicherweise den russischen Haftbefehl vollstrecken könnten.
    Die Regierung in Estland hatte nach der russischen Offensive in der Ukraine beschlossen, die Denkmäler aus der Sowjetzeit demontieren oder verlegen zu lassen. Ähnliche Entscheidungen gab es in Litauen.
    Diese Nachricht wurde am 13.02.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.