Nach Drohnenvorfall in Leipzig
Russland schließt Goethe-Institute wegen deutscher Strafmaßnahmen - Moskau will aber diplomatische Beziehungen aufrechterhalten

Die deutschen Goethe-Institute in Russland werden geschlossen. Dies kündigte der russische Außenminister Lawrow an. Er erklärte in Moskau, mit der Maßnahme reagiere man auf das angekündigte Ende für das "Russische Haus" in Berlin. Das Goethe-Institut betreibt neben seiner Hauptstelle in Moskau weitere Kultureinrichtungen in St. Petersburg und Nowosibirsk.

    Das Foto zeigt das Goethe-Institut in Moskau. Vor dem Gebäude stehen und gehen Menschen.
    Das Goethe-Institut in Moskau soll geschlossen werden. (Archivbild) (dpa / picture alliance / Federico Gambarini)
    Die Schließung des Kulturzentrums "Russisches Haus" war eine von mehreren deutschen Maßnahmen gegen Russland. Die Bundesregierung macht Moskau für den versuchten Anschlag mit Drohnen am Flughafen Leipzig/Halle im vergangenen Monat verantwortlich.

    Russischer Botschafter wird in Berlin belassen

    Russland will ungeachtet der deutschen Sanktionen an den diplomatischen Beziehungen festhalten. Wie Kremlsprecher Peskow mitteilte, wird der russische Botschafter in Berlin belassen und nicht abgezogen. Dass Deutschland das russische Generalkonsulat in Bonn schließen wolle, sei absurd. Mit dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle habe man nichts zu tun.
    Der CDU-Außenpolitiker Kiesewetter kritisierte die angekündigten Strafen gegen Russland als unzureichend. Das Russische Haus und das Generalkonsulat in Bonn hätten ohnehin längst aus Sicherheitsgründen geschlossen werden müssen, sagte Kiesewetter dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
    Nach Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung wurden inzwischen zwei Tatbeteiligte des Anschlagsversuchs identifiziert. Es soll sich um einen gebürtigen Russen mit lettischem Pass sowie um einen Mann aus Belarus mit russischem Pass handeln. Der Kreml bestreitet eine Verantwortung für den Anschlag.
    Diese Nachricht wurde am 03.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.