
Der CDU-Politiker Schuster sagte der Deutschen Presse-Agentur, für die weiteren Gespräche könne es kein Pardon mehr geben. Die Vorkommnisse in Dresden stünden symbolisch für eine "Gewaltfolklore" in deutschen Fußballstadien. Er kündigte eine detaillierte Aufarbeitung vor der kommenden Innenministerkonferenz im Juni an.
Die Innenminister der Länder erwägen seit längerer Zeit ein strikteres Vorgehen gegen Gewalt in Fußballstadien. Zu den diskutierten Vorschlägen gehörten etwa personalisierte Tickets, flächendeckende Ausweiskontrollen, Gesichtserkennung und KI-Überwachung. Fans und Verbände stellten sich bislang stets gegen die zusätzlichen Maßnahmen, unter anderem gab es Stimmungsboykotts.
Der Geschäftsführer für den Bereich Sport von Dynamo Dresden, Sören Gonther, kritisierte die Ausschreitungen. Diese torpedierten alles, was man sich mit Fanvertreten, Vereinen, DFL und Polizei erarbeitet habe, sagte er dem Fernsehsender Sport1. Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich erklärte, die Vorkommnisse seien Wasser auf die Mühlen der großen Kritiker.
Ausschreitungen auf dem Spielfeld
Während des Zweitliga-Duells am Samstag war in den Fankurven beider Vereine Pyrotechnik gezündet worden. Anschließend waren mehrere Anhänger über die Zäune geklettert. Vermummte Personen aus dem Dresdener Block liefen entlang des Spielfeldes in die Kurve der Gäste, während des Aufeinandertreffens wurde wurden Pyrotechnik und Fahnenstangen als Wurfgeschosse benutzt. Einsatzkräfte der Polizei schritten ein, das Spiel wurde nach einer längeren Unterbrechung fortgesetzt.
Diese Nachricht wurde am 06.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
