Nach Ausschreitungen
Sachsens Innenminister stellt bisherige Verhandlungen über Sicherheitskonzept mit DFB und DFL infrage

Nach den Ausschreitungen während des Zweitliga-Spiels zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC werden Konsequenzen gefordert. Sachsens Innenminister Schuster stellte die bisherigen Verhandlungen mit DFB und DFL über neue Sicherheitskonzepte infrage. Auch Vertreter der Vereine zeigten sich erschüttert.

    Polizisten stehen während einer Spielunterbrechung im Stadion auf dem Spielfeld vor einem Block mit den Fans von Dynamo Dresden.
    Die Partie zwischen Dresden und Hertha BSC war wegen der Ausschreitungen unterbrochen worden. (picture alliance / dpa / Sebastian Kahnert)
    Der CDU-Politiker Schuster sagte der Deutschen Presse-Agentur, für die weiteren Gespräche könne es kein Pardon mehr geben. Die Vorkommnisse in Dresden stünden symbolisch für eine "Gewaltfolklore" in deutschen Fußballstadien. Er kündigte eine detaillierte Aufarbeitung vor der kommenden Innenministerkonferenz im Juni an.
    Die Innenminister der Länder erwägen seit längerer Zeit ein strikteres Vorgehen gegen Gewalt in Fußballstadien. Zu den diskutierten Vorschlägen gehörten etwa personalisierte Tickets, flächendeckende Ausweiskontrollen, Gesichtserkennung und KI-Überwachung. Fans und Verbände stellten sich bislang stets gegen die zusätzlichen Maßnahmen, unter anderem gab es Stimmungsboykotts.
    Der Geschäftsführer für den Bereich Sport von Dynamo Dresden, Sören Gonther, kritisierte die Ausschreitungen. Diese torpedierten alles, was man sich mit Fanvertreten, Vereinen, DFL und Polizei erarbeitet habe, sagte er dem Fernsehsender Sport1. Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich erklärte, die Vorkommnisse seien Wasser auf die Mühlen der großen Kritiker.

    Ausschreitungen auf dem Spielfeld

    Während des Zweitliga-Duells am Samstag war in den Fankurven beider Vereine Pyrotechnik gezündet worden. Anschließend waren mehrere Anhänger über die Zäune geklettert. Vermummte Personen aus dem Dresdener Block liefen entlang des Spielfeldes in die Kurve der Gäste, während des Aufeinandertreffens wurde wurden Pyrotechnik und Fahnenstangen als Wurfgeschosse benutzt. Einsatzkräfte der Polizei schritten ein, das Spiel wurde nach einer längeren Unterbrechung fortgesetzt.
    Diese Nachricht wurde am 06.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.