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Samaras in BerlinLob und Optimismus für Griechenland

Bei seinem Besuch in Berlin durfte sich Griechenlands Regierungschef Samaras lobende Worte von Bundeskanzlerin Merkel anhören. Er selbst gab sich wie gewohnt optimistisch, was die Reformen in seinem Land angeht, bat aber um weitere Unterstützung.

Von Katharina Hamberger | 23.09.2014

Angela Merkel und Antonis Samars geben sich die Hand.
Bundeskanzlerin Angela Merkel will den griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras in seinem Reformkurs bestärken. (dpa / Maurizio Gambarini)
In den Augen von Bundeskanzlerin Angela Merkel scheint Griechenland tatsächlich auf einem guten Weg zu sein. Erfreulich seien die positiven Signale aus dem Land. Die Schwelle zum Wachstum könne doch bald erreicht sein:
"Ich kann nur sagen, auch grade den Menschen in Griechenland, ich weiß, welch schwierige Zeit das Land durchmacht, wie viele Menschen heute noch arbeitslos sind. Aber die ersten zarten Pflänzchen des Erfolgs der Bemühungen sind sichtbar und wir werden alles tun von deutscher Seite, um dieses auch weiter zu unterstützen."
Sagte die Regierungschefin heute nach dem Treffen mit ihrem Amtskollegen Antonis Samaras in Berlin. Gesprochen habe man auch über weitere Etappen, so Merkel. Und auch hier gibt sie sich positiv gestimmt:
"Griechenland ist ja in der Abarbeitung der Programmschritte immer wieder in Kontakt mit der sogenannten Troika. Und auch hier ist natürlich klar, dass es verschiedene erfreuliche Entwicklungen gibt, die verstetigt werden müssen und im Gespräch mit den entsprechenden Institutionen werden dann sicherlich in den nächsten Wochen die weiteren Schritte beraten."
Merkel verwies darauf, dass Deutschland versuche, bilateral hilfreich zu sein, in dem zum Beispiel unterstützt werde, dass kleine und mittlere Unternehmen mit Krediten versorgt würden. Neben der erfreuten Kanzlerin stand der griechische Ministerpräsident Samaras und gab sich gewohnt optimistisch:
"Natürlich muss noch eine Menge getan werden. Aber alles, was mithilfe unserer Partner aber auch aufgrund der schmerzhaften Opfer des griechischen Staates und des Volkes erzielt wurde, zeigt, dass Griechenland die Krise nun überwunden hat.
Samaras: Griechenland braucht kein weiteres Hilfspaket
Griechenland habe eine Reihe schwieriger Ziele erreicht – und schneller als vorgesehen, so Samaras weiter. So habe das Land zwei Jahre früher, nämlich nicht erst 2016 an die Finanzmärkte gehen können. Die Staatsanleihen würden wunderbare Renditen erzielen. Man habe es außerdem geschafft, die Banken zu rekapitalisieren – zudem werde der zweite Stresstest für die griechischen Geldhäuser in den nächsten Wochen abgeschlossen sein. Im dritten Quartal dieses Jahres werde Griechenland schwarze Zahlen schreiben so Samaras. Mehrfach nannte Samaras den Primärüberschuss, den sein Land schon 2013 erreicht habe. Und der noch weiter steigen soll. Griechenland nimmt also mehr ein, als es ausgibt. Allerdings sind hierbei nicht miteingerechnet, dass Griechenland noch enorm viele Zinsen zurückzahlen muss. Optimismus auch beim Thema Arbeitslosigkeit. Dabei liegt die laut Eurostat immer noch bei rund 27 Prozent. Dass dies noch sehr hoch ist – vor allem die Jugendarbeitslosigkeit, die liegt bei über 50 Prozent – das leugnet auch Samaras nicht. Aber zum ersten Mal seit sechs Jahren ginge die Arbeitslosenquote nach unten – und die Zahlen fielen konstant.
Das Fazit des Ministerpräsidenten:
"Ich konnte der Bundeskanzlerin erklären, dass Griechenland kein weiteres Hilfspaket braucht."
Allerdings brauche das Land weitere Erleichterungen was Steuern betreffe, ebenso Unterstützung, um die Arbeitslosigkeit weiter zu senken und die Konsolidierung voranzutreiben.