Vereinte Nationen
Saudi-Arabien übernimmt Vorsitz der UNO-Frauenrechtskommission - Menschenrechtler protestieren

Saudi-Arabien übernimmt den Vorsitz in der UNO-Kommission zur Förderung von Frauen. Die 45 Mitgliedsländer der Kommission der Vereinten Nationen zur Rechtsstellung der Frau bestimmten in New York den saudischen Botschafter zum Vorsitzenden der nächsten Sitzungsperiode. Das Mandat dauert ein Jahr.

28.03.2024
    Abdulaziz Alwasil sitzt im August 2023 in einem UNO-Treffen an einem Tisch und liest in Dokumenten.
    Abdulaziz Alwasil wurde zum Vorsitzenden der UNO-Kommission zur Förderung von Frauen gewählt. (picture alliance / ZUMAPRESS.com / Bianca Otero)
    Saudi-Arabien steht im Bericht der Stiftung Weltwirtschaftsforum für das Jahr 2023 über die Gleichstellung der Geschlechter auf Platz 132 von 146 Ländern. Dennoch kam auch aus der Gruppe "Westeuropa und andere Staaten" kein Widerspruch. Diese ist zurzeit mit Österreich, Israel, Liechtenstein, den Niederlanden, Portugal, Spanien, der Schweiz und der Türkei vertreten.

    Human Rights Watch: "schockierende Missachtung für Frauenrechte überall"

    Kritik kommt dagegen von Menschenrechts-Organisationen. Amnesty International teilte mit, Saudi-Arabien habe eine "unterirdische" Bilanz, wenn es um den Schutz und die Förderung von Frauenrechten geht. Human Rights Watch sieht in der Wahl eine "schockierende Missachtung für Frauenrechte überall".
    Die UNO-Frauenrechtskommission soll sich um die Gleichstellung der Geschlechter und die Förderung von Frauenrechten in den Vereinten Nationen kümmern.
    Diese Nachricht wurde am 28.03.2024 im Programm Deutschlandfunk Nova gesendet.