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Scheat

Das Große Viereck des Pegasus gilt als Wahrzeichen des herbstlichen Abendhimmels. Nach Sonnenuntergang sehen Sie es über dem östlichen Horizont. Das Viereck ist der Körper von Pegasus, dem fliegenden Pferd. Da es zur Zeit etwas gedreht ist, wirkt es eher wie eine Raute.

Damond Benningfield |
    Der Stern an der oberen Ecke der Raute ist Beta Pegasi – also der zweithellste Stern in Pegasus. Die Araber gaben ihm den Namen Scheat. Der Name bedeutet in unserer Sprache "die Schulter".

    Scheat gehört zu der Gruppe der Roten Riesensterne. Er ist also ein Stern im hohen Alter, der auf das Ende seines Lebens zugeht. Dementsprechend hat er sich stark aufgebläht. Würde man ihn an den Platz der Sonne setzen, würden seine äußeren Schichten fast bis zur Venus reichen.

    Während sich Scheat mehr und mehr aufblähte, kühlten seine äußeren Schichten ab. Deshalb zeigt er sich in rötlicher Färbung. Und weil sich die Oberfläche so abgekühlt hat, sendet Scheat mehr infrarote Strahlen als sichtbares Licht aus. Im sichtbaren Bereich ist der Stern etwa 400-mal heller als unsere Sonne. Auf der Meßlatte aller frei gegebenen Strahlung ist er 1500-mal so hell.

    Die Helligkeit dieses Sterns verändert sich sogar ein wenig. Wie ein schlagendes Herz dehnt er sich aus und zieht sich wieder zusammen. Zieht er sich zusammen, wirkt er etwa um 50 Prozent heller – ein Unterschied, der mit bloßem Auge durchaus zu beobachten ist.

    Achten Sie einmal auf Scheat, den obersten Stern im großen Viereck des Pegasus – in den Abendstunden am Osthimmel.