Mittwoch, 17. August 2022

Peking 2022
Schimmelpfennig: "Wir nehmen die Bedenken sehr ernst"

Man habe Verständnis für die Bedenken der Athleten, die sich um mögliche gefälschte PCR-Tests bei den Olympischen Winterspielen in Peking sorgen, sagte Dirk Schimmelpfennig, Chef de Mission des deutschen Olympia-Teams, im Dlf. Das IOC habe aber versichert, das alles unabhängig ablaufe. Ein Olympia-Boykott schloss er definitiv aus.

Dirk Schimmelpfennig im Gespräch mit Astrid Rawohl | 09.01.2022

Dirk Schimmelpfennig, Chef de Mission vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) lächelt
Dirk Schimmelpfennig, Chef de Mission vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) (picture alliance / Michael Kappeler/dpa | Michael Kappeler)
Bei den Olympischen Winterspielen in Peking könnten Sportlerinnen und Sportler vor einem Start gesperrt werden: Wegen eines positiven Corona-Tests. Mit einem PCR-Test könne man jeden sportlichen Gegner aus dem Rennen nehmen, hatte Wolfgang Maier, Alpindirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV), am Samstag im Deutschlandfunk gesagt.
Man habe Verständnis für die Bedenken und die Skepsis der Athleten, die um ihre Sicherheit bei den Olympischen Winterspielen infolge möglicher Manipulationen durch gefälschte PCR-Tests in China bangen, sagte Dirk Schimmelpfennig, Chef de Mission des deutschen Olympia-Teams in Peking, im Deutschlandfunk. Allerdings verwies er auf positive Erfahrungen bei den Olympischen Sommerspielen 2021 in Tokio. "Das IOC hat uns deutlich erklärt, dass es - wie in Tokio -, eine internationale Expertengruppe ist, die konkret entscheidet über die Abläufe im Covid-Fall. Wir kennen die Prinzipien aus Tokio, die auch in Peking Anwendung finden“, sagte das Vorstandsmitglied im Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

IOC hat nachgebessert

So hatten die Rodler Tobias Arlt und Tobias Wendl bei der Olympia-Generalprobe in Peking negative Erfahrungen gemacht. Arlt war dabei positiv auf Corona getestet worden und hatte danach im Quarantäne-Hotel "wie im Knast" leben müssen, wie er nach eigenen Aussagen sagte. Erst danach sei der nächste Test von Arlt negativ gewesen. Hier sei nachgebessert worden, aufgrund der negativen Erfahrungen bei den Olympia-Generalproben, sagte der Chef de Mission im Dlf. Dies sei dem DOSB vom IOC versichert worden, berichtete Schimmelpfennig.
Dabei ist auch Streit entbrannt über die Wertung des CT-Wertes an: Während in Europa ein CT-Wert über 30 als nicht mehr infektiös gelte, würde bei den Winterspielen erst ein CT-Wert über 40 als nicht infektiös gewertet werden. Der CT-Wert gibt neben der Viruslast einer infizierten Person auch an, wie hoch ihr Ansteckungsrisiko ist. Der CT-Wert gibt die Anzahl der Messzyklen an, die notwendig waren, um das Coronavirus nachzuweisen. Ein hoher CT-Wert spricht deshalb für eine geringere Viruslast.

"Ein Olympia-Boykott ist aber keine Lösung"

Man hoffe, dass der CT-Wert noch zwischen 35 oder 32 Punkte abgesenkt werde, sagte Schimmelpfennig im Dlf. Man sei aber an die Vorgaben der chinesischen Gesundheitsbehörden vor Ort gebunden.
Angesprochen auf den unterschiedlichen Umgang mit dem Datenschutz, sagte Schimmelpfennig, dass den Funktionären und Sportlern bewusst sein müsse, dass mit dem Datenschutz in China anders umgegangen werde, als dies in anderen Ländern der Fall sei. Ein Olympia-Boykott sei aber keine Lösung, weil die Sportlerinnen gerne in Peking an den Start gehen wollten, viel mehr müsse man lernen, wie man gut mit den Einschränkungen umgehen werde.