
Riemann, der Vorstandsreferent der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin in Leipzig ist, erklärte gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur, der menschliche Körper und das Gehirn seien sehr flexibel und könnten gut auf die Zeitumstellung reagieren. Er riet zu viel Bewegung an der frischen Luft und bei Tageslicht, um die innere Uhr zu justieren.
Schlafprobleme nehmen zu
Allerdings haben mittlerweile rund zehn Prozent der Bundesbürger nach Einschätzung Riemanns mit gesundheitlich problematischen Schlafproblemen zu kämpfen. Kritisch sei es, wenn Schlafprobleme mehr als drei Monate andauerten. Anzeichen seien andauernde Schlaflosigkeit, Ein- und Durchschlafstörungen und damit verbundenes frühmorgendliches Erwachen und Tagesmüdigkeit. Chronische Schlafprobleme erhöhten das Risiko für psychische Erkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Durchschlafen zu wollen ist eher modernes Phänomen
Der Psychologe verwies darauf, dass es nicht das Weltgeschehen sei, das den Menschen den Schlaf raube. "Sondern es sind in erster Linie die privaten Sorgen einschließlich beruflicher oder existenzieller Probleme." Bei gelegentlichen Schlafproblemen ermunterte Riemann zu mehr Gelassenheit. Die Menschen setzten sich in der modernen Gesellschaft zu sehr unter Druck, durchschlafen zu müssen und auf acht Stunden Schlaf zu kommen. Vor der Industrialisierung hätten Menschen oft einen ersten und einen zweiten Schlaf gehabt. "Sie sind nachts für eine Stunde oder länger aufgewacht, sich unterhalten oder andere Dinge getan."
Diese Nachricht wurde am 28.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
