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StartseiteCampus & KarriereSchock an der Fachhochschule Gelsenkirchen15.03.2007

Schock an der Fachhochschule Gelsenkirchen

Staatsanwaltschaft Bochum ermitteln wegen Unterschlagung

An der Fachhochschule Gelsenkirchen sollen drei Professoren und ein ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter Millionenbeträge veruntreut haben. Die Rede ist von 35 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft Bochum hat die vier Personen im Verdacht, Fördergelder unterschlagen zu haben, die das Land Nordrhein-Westfalen, der Bund und die Europäische Union an die Hochschule überwiesen hatten. Am Telefon begrüße ich Peter Schulte, den Rektor der Fachhochschule Gelsenkirchen. Wissen Sie schon genaueres?

Moderation: Armin Himmelrath

Professoren an der Fachhochschule Gelsenkirchen sollen Fördergelder unterschlagen haben.  (AP)
Professoren an der Fachhochschule Gelsenkirchen sollen Fördergelder unterschlagen haben. (AP)

Peter Schulte: Nein, ich kann Ihnen auch zu den Vorwürfen nichts sagen, weil ja die drei Professoren Mitarbeiter unserer Hochschule sind, ich Rektor bin, bin ich ja auch dienstrechtlich eingebunden. Es sind laufende Verfahren, auch aus Rechtsgründen darf ich Ihnen zu den laufen Verfahren nichts sagen. Ich darf Ihnen nur sagen, dass Zusammenhänge, wie die "Ruhr-Nachrichten" sie beschrieben haben, in der Weise nicht richtig sind.

Himmelrath: Wie geht die Hochschule, wie gehen Sie an der Hochschule jetzt damit um. Die drei Professoren sitzen seit Dienstag wegen Verdunkelungsgefahr im Gefängnis. Das hat ja auch direkten Einfluss auf die Organisation des Lehrbetriebs.

Schulte: Ja klar, das wird in den Fachbereichen organisiert, ich denke auch so geregelt, dass es auch funktioniert. Wobei ich auch die Einzelheiten darüber nicht weiß. Meine Aufgabe ist eine andere: Ich werde selbstverständlich zusammen mit meinen Kollegen in der Hochschulleitung alles tun, was dazu beiträgt, völlige Aufklärung zu liefern, was Tatbestand ist.

Das Zweite, und Sie können sich vorstellen, dass mich die Geschichte äußerst geschockt hat, dies zu erfahren. Geschockt ist noch untertrieben und ich glaube, ich muss Ihnen meinen Gemütszustand nicht beschreiben. Diese Hochschule hat in 15 Jahren nach Aussagen vieler einen guten Ruf erworben, deswegen, weil alle unheimlich hart gearbeitet haben. Wir haben 600 Mitarbeiter und wir haben 6500 Studenten. Und ich muss darauf hinwirken, mit allen meinen Möglichkeiten, dass dieser gute Ruf im Interesse der vielen Studenten, und der guten Mitarbeiter und der harten Arbeit nicht durch mögliche Fehlverhaltensweisen, die einige gezeigt haben, in Misskredit gerät und ich möchte alle intern bitten, dabei mitzuwirken aber auch alle Medien bitten, diese beiden Dinge doch zu unterscheiden. Ich glaube, der gute Ruf darf nicht in Gefahr geraten. Die vielen Studenten und vielen Mitarbeiter haben es nicht verdient, in Zusammenhang gebracht zu werden. Es handelt sich auch nicht um Aktivitäten, die der Hochschule vorgeworfen werden, sondern um Aktivitäten Einzelner, die denen vorgeworfen werden. Wir werden alles tun, um völlig aufzuklären.

Himmelrath: Sorgen diese Vorwürfe und Ereignisse trotzdem dafür, dass sie an der Hochschule enger zusammenrücken.

Schulte: Ich hoffe, dass dies geschieht. Ich werde in den nächsten Tagen, und das ist in Gang gesetzt, mit jedem, der es möchte, mit allen, mit denen ich es möchte, wir werden sehr viele Gespräche führen. Wir müssen gucken, dass wir ein Team denken, das wir immer schon hatten in der Hochschule. Wir haben immer schon auch emotional sehr eng zusammengestanden, dass wir dies noch mehr festigen um möglicherweise nach einer Delle, die man durch solche Berichte gar nicht vermeiden kann, alles gemeinsam tun, den guten Ruf nicht zu gefährden und weiterhin an positiven Dingen zu arbeiten. Ich lade Sie gerne ein, in den nächsten Tagen auch über positive Dinge auch zu berichten. Es ist einiges in Vorbereitung.

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