Hochwasser
Scholz verspricht Hilfe des Bundes

Bundeskanzler Scholz hat den Menschen in den Überschwemmungsgebieten in Süddeutschland Hilfen des Bundes in Aussicht gestellt. Scholz und Bundesinnenministerin Faeser informierten sich gemeinsam mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Söder in Reichertshofen über die Lage.

    Bundeskanzler Olaf Scholz (1. Reihe 4.v.l., SPD), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (1. Reihe 3.v.l., CSU), Bundesinnenministerin Nancy Faeser (1. Reihe 2.v.l., SPD) stehen hinter einer Absperrung aus gefüllten Sandsäcken bei einer Ortsbesichtigung im vom Hochwasser betroffenen oberbayerischen Reichertshofen.
    Bundeskanzler Scholz und Bundesinnenministerin Faeser machen sich gemeinsam mit Bayerns Ministerpräsident Söder in Reichertshofen ein Bild von der Lage. (picture alliance / dpa / Peter Kneffel)
    Scholz sagte, man werde die Menschen in der aktuellen Hochwasserlage unterstützen, aber auch danach Solidarität üben. Details nannte der Kanzler nicht. Der bayerische Ministerpräsident Söder stellte den von den Überschwemmungen betroffenen Menschen schnelle und unbürokratische Hilfe in Aussicht.
    Ministerpräsident Söder sagte, mehr als 3.000 Menschen seien bereits in Sicherheit gebracht worden, Tendenz steigend, rund 20.000 Hilfskräfte im Einsatz. Insgesamt seien seit dem Wochenende schon um die 50.000 Menschen im Hilfseinsatz gewesen. Söder betonte, es gebe keine Vollkaskoversicherung gegen den Klimawandel.

    Bundeskanzler ruft zur Bekämpfung des menschengemachten Klimawandels auf

    Der Bundeskanzler rief dazu auf, den menschengemachten Klimawandel aufzuhalten. Hochwasser und Überflutungen in Folge von Starkregen seien in Deutschland keine singulären Ereignisse mehr, die nur einmal im Jahrhundert aufträten, betonte Scholz. Es sei in diesem Jahr bereits das vierte Mal, dass er als Kanzler Katastrophengebiete aufgesucht habe. Die Vorkommnisse hätten allesamt im Zusammenhang mit dem menschengemachten Klimawandel gestanden. Diesen mit allen Mitteln zu bekämpfen, sei das Gebot der Stunde.

    Kretschmann und Strobl in Baden-Württemberg

    In Baden-Württemberg besuchten Ministerpräsident Kretschmann und Landesinnenminister Strobl vom Hochwasser betroffene Gemeinden. Beide dankten den Einsatzkräften. Kretschmann sagte in der Gemeinde Meckenbeuren, er sei als Ministerpräsident stolz, in so einem geordnetem Gemeinwesen zu sein, wo Katastrophen so professionell gemanagt würden. Strobl sprach von einer exzellenten Stabsarbeit, die geleistet worden sei: "Selber ist der Keller voll, und trotzdem gehen sie in den Einsatz." Das sei das, was unser Land ausmache.
    Der Grünen-Politiker Kretschmann warnte vor künftigen Hochwasserlagen. Die Menschen müssten häufiger damit rechnen. Das sei schlicht ein Ergebnis des Klimawandels. Verglichen mit Bayern sei Baden-Württemberg diesmal mit einem blauen Auge davongekommen, so der Regierungschef. Aber im Norden des Landes sei die Lage noch höchst prekär.

    Zahl der Toten auf vier erhöht

    Die Zahl der Toten infolge des Hochwassers in Süddeutschland erhöhte sich inzwischen auf vier. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Aalen sagte, wurden heute in einem Haus in Schorndorf in Baden-Württemberg die Leichen eines Mannes und einer Frau gefunden. In Bayern waren zuvor bereits eine Frau und ein Feuerwehrmann ertrunken.
    Im nördlichen Oberbayern haben unterdessen zahlreiche Menschen ihre Wohnungen und Häuser wegen eines Dammbruchs an der Amper verlassen müssen. Der Pegelstand der Amper hatte heute den Angaben zufolge mit 3,98 Meter den historischen Höchstwert von 3,66 Meter aus dem Jahr 1994 überschritten. In Deggendorf in Niederbayern wurde ein Passagierschiff evakuiert.
    Diese Nachricht wurde am 03.06.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.