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Schonende Magnetfelder

Medizin. - Bei über 600.000 Menschen kommt pro Jahr der Verdacht auf, dass sie an einer Verengung der Herzkranzgefäße leiden. In der Regel steht dann eine Herzkatheteruntersuchung an, bei der ein Schlauch durch eine Leistenarterie bis zum Herzen vorgeschoben und so ein Kontrastmittel für die anschließende Röntgenaufnahme injiziert wird. Eine Alternative zu diesem relativ belastenden Verfahren ist der jetzt praxisreife Einsatz eines Magnetresonanztomographen.

    "Herzkatheteruntersuchungen sind zwar sehr etabliert, aber es kann zu Komplikationen an der Öffnung in der Leistengegend kommen, zu einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall", erklärt Torsten Sommer, Oberarzt der radiologischen Universitätsklinik Bonn. Überdies muss der Patient mehrere Stunden bis zu einem Tag ruhen, außerdem belastet ihn die Röntgenaufnahme mit Strahlung. Bei der Magnetresonanztomographie (MRT) dauert die Untersuchung dagegen nur wenige Minuten, der Patient wird nur einem starken Magnetfeld ausgesetzt und kann unmittelbar danach wieder nach Hause gehen. Für Patienten ohne Metallteile im Körper ist ein starkes Magnetfeld nach derzeitigem Kenntnisstand ungefährlich. Für den Arzt hat MRT den Vorteil, dass sie außerordentlich detaillierte Aufnahmen macht. "Sie ist das Verfahren mit der besten Unterscheidungsmöglichkeit zwischen verschiedenen Gewebeformen überhaupt", betont Sommer. Für die dicht am Herzen gelegenen Teile der Kranzgefäße ist MRT daher eine gute Alternative zum Katheter. Die weiter entfernt liegenden Gefäße sind allerdings auch von Interesse, sie müssen jedoch weiterhin mit Hilfe des Katheters untersucht werden. "Allerdings entscheiden die Anfangsabschnitte der Herzkranzgefäße über die Prognose des Patienten", so Sommer, "Patienten mit einer nicht erkannten Engstelle dort haben ein jährliches Sterberisiko von 15 Prozent."

    Fortschritte in der Computertechnik ermöglichen den Einsatz der MRT auch für bewegliche Organe wie das schlagende Herz. Daneben konnten auch Vorrichtungen entwickelt werden, die Meßmethoden wie das EKG trotz des starken Magnetfeldes erlauben, so dass, die MRT-Aufnahmen jetzt zum richtigen Zeitpunkt ausgelöst werden können. Und billiger als die konventionelle Kathetermethode ist eine MRT-Untersuchung obendrein. "Wenn es gelingt, einen Teil der Katheteruntersuchungen einzusparen, amortisiert sich das für das Gesamtsystem", weiß Sommer. Bleibt nur die gewaltige Investition für einen MR-Tomographen.

    [Quelle: Matthias Schulenburg]