Dienstag, 24. Mai 2022

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Schräge Figuren im Nirgendwo

Rolf Lappert ist in Zürich geboren, machte eine Ausbildung zum Grafiker, betrieb eine Zeit lang einen Jazzklub und schrieb Drehbücher, bevor er Romane verfasste. Nun hat er seinen ersten Jugendroman veröffentlicht, der in der Pampa mit schrägen Figuren spielt.

Rolf Lappert im Gespräch mit Ute Wegmann | 10.03.2012

"Die Gesänge der Verlierer" und "Der Himmel der perfekten Poeten" sind die ersten Romane des Schweizers, die im Taschenbuch erhältlich sind. Im Jahr 2008 gelang ihm der Durchbruch mit dem Roman "Nach Hause schwimmen". Das Buch war nominiert für den Deutschen Buchpreis und hat letztlich den 1. Schweizer Buchpreis gewonnen. Der Roman ist eine große Familiengeschichte, die mit dem gescheiterten Selbstmordversuch der Hauptfigur beginnt. Rolf Lappert erzählt die Geschichte spannend, amüsant und sensibel.

"Pampa Blues" ist nun der erste Jugendroman, in dem ein einsamer, männlicher Protagonist im Mittelpunkt steht. Rolf Lappert hat die Geschichte in die Pampa nach Wingroden verlegt. Der Ort ist ein Anagramm für nirgendwo und liegt in Mecklenburg-Vorpommern. Die Ödnis spiegelt sich im retardierenden Jammern des 16-jährigen Ben und seinem Blick auf sein Umfeld, nämlich ein wohl recherchiertes Abbild einer Landbevölkerung.

Literatur:

Rolf Lappert:
"Pampa Blues", Hanser Verlag, 250 Seiten, für junge Leser ab 13 Jahre.
"Nach Hause schwimmen", Hanser Verlag, 540 Seiten.
"Auf den Inseln des letzten Lichts", Hanser Verlag, 543 Seiten.