
Zur Begründung der Jury hieß es, Schulze führe mit seinem Buch in eine Region, die für Uwe Johnson und sein Werk von entscheidender Bedeutung sei. Es handele sich um die dicht umwaldete Seenplatte Mecklenburgs und Städte wie Güstrow oder Neubrandenburg. Ein Verdienst des Romans bestehe darin, eine vergangene Zeit mit ihren Hoffnungen, Utopien und Widersprüchen so dicht zu beschreiben, dass die politischen und historischen Umstände darin wie selbstverständlich anwesend seien. Schulze ist Autor zahlreicher Bücher und Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.
Der Preis, der mit 20.000 Euro dotiert ist, wird im Rahmen der Uwe-Johnson-Tage am 18. September in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern in Berlin verliehen. Gewürdigt werden herausragende literarische Werke, in denen sich Bezugspunkte zur Poetik Uwe Johnsons finden. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern gehören unter anderen Walter Kempowski, Jürgen Becker, Christa Wolf und Jenny Erpenbeck.
Der Preis würdigt herausragende literarische Werke, in denen sich Bezugspunkte zur Poetik Uwe Johnsons (1934-1984) finden und deren Blickwinkel unbestechlich und jenseits "einfacher Wahrheiten" auf deutsche Geschichte, Gegenwart und Zukunft gerichtet ist. Uwe Johnson gehörte der Gruppe 47 an, einer Gruppe bedeutender Literaten der Nachkriegszeit.
Diese Nachricht wurde am 20.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
