Bildung
Schüler beklagen Versäumnisse beim Hitzeschutz - "Wir fallen wieder hinten runter"

Die Bundesschülerkonferenz wirft der Politik gravierende Versäumnisse beim Hitzeschutz an Schulen vor. Die Schulen kämen in der aktuellen Debatte nicht vor, obwohl Kinder und Jugendliche in sanierungsbedürftigen Gebäuden bei Raumtemperaturen über 30 Grad lernen müssten, kritisierte die Generalsekretärin des Gremiums, Amy Kirchhoff.

    Ein Junge lehnt sich in einem Klassenzimmer auf seinem Stuhl zurück und schraut in Richtung Decke.
    "Dabei ist Hitze für Schüler mental und gesundheitlich eine große Belastung." (imago / Steffen Unger)
    Dem Medienhaus Correctiv sagte sie: "Wir fallen wieder hinten runter, weil wir keine Wählergruppe sind." Dabei sei die Hitze für Schüler mental und gesundheitlich eine große Belastung.
    Die Bundesschülerkonferenz fordert Kühlungssysteme in allen Gebäuden, einheitliche Hitzefrei-Regelungen in allen Bundesländern und bei Bedarf zeitweise Homeschooling. Portale wie "Schul-Heatmap", wo Schulen in Deutschland ihre Temperaturen eintragen können, dokumentieren den Angaben zufolge in diesem Sommer Klassenräume mit bis zu 45 Grad.

    Unterrichtsausfall

    Auch nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ist Hitzeschutz an Schulen eine Frage der Zukunftsfähigkeit des Bildungssystems. Statt "hilfloser Hitzeschutzpläne" mit Lüftungsempfehlungen müsse die Modernisierung der Schulen unter dem Aspekt des Hitzeschutzes vorangetrieben werden, sagte die GEW-Vorsitzende Finnern.
    Immer mehr Unterrichtsausfall wegen Hitze treffe vor allem die benachteiligten Kinder, die in unsanierten Gebäuden lernten und sich kein kühles Zuhause leisten könnten. Damit werde Hitze zur Frage der Chancengerechtigkeit, so Finnern. Die GEW fordert einheitliche und verbindliche Richtwerte für den Arbeits- und Gesundheitsschutz in allen Bundesländern sowie für alle Schulen und Schulstufen.
    Diese Nachricht wurde am 18.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.