Gemeinsame Erklärung
Schülervertretungen in ostdeutschen Bundesländern warnen vor Rechtsextremismus an Schulen

Die Schülervertretungen der ostdeutschen Bundesländer fordern, einem zunehmenden Rechtsextremismus an Schulen entschieden entgegenzutreten. In einer Erklärung heißt es, völkische Narrative, antisemitische Verschwörungstheorien und extremistisches Gedankengut träten immer häufiger zutage. Die Schulen seien darauf schlecht vorbereitet.

03.04.2024
    "Toleranz" schreibt ein Junge an die Schultafel.
    Die Landesschülerräte der ostdeutschen Bundesländer fordern ein entschlossenes Vorgehen gegen Rechtsextremismus an Schulen. (dpa/Frank May)
    Hakenkreuze und andere verfassungsfeindliche Symbole oder offen gezeigte Hitlergrüße seien mancherorts im Schulumfeld keine Randphänomene mehr, heißt es in der gemeinsamen Erklärung der Landesschülerräte in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Hemmschwelle sinke an vielen Stellen, und die Bereitschaft wachse, verfassungsfeindliche Aussagen als legitime Meinungsäußerung einzustufen. All das treffe auf eine Schulgemeinschaft, die "personell, materiell und vom Wissen her" schlecht vorbereitet sei.
    Die Schülervertreter regen unter anderem an, den Geschichts-, Politik- und Sozialkundeunterricht zu stärken und den Umgang mit digitalen Medien zu lehren. Junge Menschen seien besonders anfällig, sich über das Internet zu radikalisieren und Grundprinzipien der Demokratie zu hinterfragen. Im Unterricht müssten fächerübergreifend demokratischer Streit, fundierte politische Urteils- und Meinungsbildung sowie ein wertschätzendes Miteinander erlernt werden. Wichtig seien auch Fortbildungen für Lehrkräfte. 
    Diese Nachricht wurde am 03.04.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.