Zentralrat der Juden
Schuster: Antizionismus-Beschluss der Linken ist kaschierter Antisemitismus

Der Zentralrat der Juden in Deutschland wirft dem niedersächsischen Landesverband der Linken Antisemitismus vor.

    Josef Schuster blickt nachdenklich in die Kamera.
    Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster (imago / Emmanuele Contini)
    Hintergrund ist ein Beschluss des Landesparteitages vom Wochenende. Darin heißt es unter anderem zum Gaza-Krieg wörtlich: "Die Linke Niedersachsen lehnt den heute real existierenden Zionismus ab." Dieser zeichne sich durch Rassismus, Besatzungspolitik und militärische Gewalt aus. Zentralratspräsident Schuster sagte, der mit breiter Zustimmung gefasste Beschluss vertreibe jene Stimmen aus der Partei, die noch einen moralischen Kompass besäßen. Vielmehr biete die Linke dem Judenhass ein Zuhause.
    Die Vorsitzende der Linken im Bundestag, Reichinnek, distanzierte sich von der Wortwahl des Beschlusses in Niedersachsen. Dieser werde der komplexen Lage in Israel und Palästina nicht gerecht und hätte "anders formuliert und ergänzt werden müssen“, sagte sie.
    Falsch sei aber die Darstellung, dass der Landesverband der Linken ein "antizionistischer Landesverband" sei.
    Der Linken-Politiker und frühere thüringische Ministerpräsident Ramelow kritisierte, wer Kraft aufwende, die innerparteiliche Debatte gegen die Existenz Israels zu richten, missbrauche das Leid der Palästinenser zum "innerparteilichen Landgewinn".
    Diese Nachricht wurde am 18.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.